Romankritik: Hinter Büschen, an eine Hauswand gelehnt, von Zora del Buono (2016) – 4 Sterne – mit Video

Deutsche Dozentin gibt Sommerkurs an US-Uni. Dabei hat sie gegen die Regeln und zur eigenen Überraschung eine Affäre mit einem 30 Jahre jüngeren Studenten. Aber das Techtelmechtel spielt im Buch kaum eine Rolle: vor allem geht es um NSA-Überwachung vor Ort, CIA-Überwachung vor Ort, Verschwörungstheorien, Edward Snowdons Tat and politisch korrektes Verhalten am Campus. Auch der Buchtitel „Hinter Büschen, an eine Hauswand gelehnt“ beschreibt kein verstohlen-amouröses, sondern ein politisch motiviertes Treffen.

Das ist alles uninteressant und wirkt, als ob die Autorin persönlich Erlebtes atemlos in schwache Fiktion umsetzte.

Die Rückdeckeltexter meiner C.H.Beck-Hardcover-Ausgabe schwadronieren vom „Sommer der Liebe“, doch das trifft den Buchinhalt überhaupt nicht – die Beziehung Dozentin-Student steht sehr weit im Hintergrund. Erzählt sei das laut Rückentext „ergreifend, komisch und packend“, und auch das stimmt nicht. Zum Glück ist der Roman kurz.

Freie Assoziationen:

  • Del Buonos Romänchen „Gotthard“ ist weitaus komischer und packender
  • Campus-Romane wie etwa von David Lodge, wie Zadie Smiths Von der Schönheit (samt der US-typischen politischen Korrektheiten und Diplomatie), weniger wie von Dietrich Schwanitz

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