Romankritik: Eine strahlende Zukunft, von Richard Yates (1984, engl. Young Hearts Crying) – 7 Sterne

Richard Yates schreibt flüssig, zupackend – eine famose Erzählstimme (ich kenne nur das englische Original in der Methuen-TB-Ausgabe). Dabei beobachtet er fein, bringt präzise Wortwechsel (nicht gepfeffert, aber hochrealistisch), meist stimmige Entwicklungen über Jahrzehnte.

Bei soviel Qualität gibt es auch Störungen – weniger an der Schreibkunst als an Yates‘ Milieus und Figuren:

  • im Mittelpunkt zeigt Richard Yates einen angehenden Schriftsteller und eine Millionärstochter, die später selber künstlert und sogar lässig die Genres wechselt („stories were no longer her business. She was a painter now“; S. 182; und als Schauspielerin hatte sie angefangen)
  • zu viele Künstlermilieus mit Autoren, Malern, Schauspielern (zuviel Autobiografie?)
  • Wiederholung altbekannter Yates-Milieus, also New York, New Yorker Umland, Verlags- und Agenturbüros
  • fluchende, rüde, rallige, homophobe Männer, die sich damit scheint’s vor Frauen aufblähen
  • Frauen, die teils künstlerische Ambitionen haben, aber lieber demütig ihre rüden, fluchenden Männer umhegen (der Hauptdarsteller weiß es: Mädels „tend to go along with boys“, und die Hauptdarstellerin nickt devot: „Yes; I suppose they do“ (S. 341))
  • Psychosen + Gewalt

Freie Assoziationen

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