Romankritik: Der dritte Mann, von Graham Greene (1950) – 8 Sterne


Angeblich sollte dies nie im Druck erscheinen. Graham Greene (1904 – 1991) sagt selbst, er schrieb den Kurzroman Der Dritte Mann nur als Vorbereitung für das von Alexander Korda und Carol Reed bestellte Drehbuch. Doch kaum zu glauben, dass dies ein Wegwerftext für den internen Gebrauch ist:

Der dritte Mann in Buchform ist besser als der Film; der kurze Roman liefert staubtrockene Dialoge, bestechende Details, filmi kinoreife Konstellationen, Wiener Noir in einer kalten Männergesellschaft und Spannung an jedem Kapitelende. Vorteile: Das Buch dramatisiert weniger aufdringlich als der Film mit seinen ewigen dunklen Ecken und langen Schatten; es hat einen angenehmen Ich-Erzähler und *keine* Schrammelmusik. Nicht alle Verästelungen und Spekulationen der Romanhandlung habe ich verstanden.

Der Krimi aus dem winterkalten, zerstörten Nachkriegs-Wien erscheint oft gemeinsam in einem Buch mit Greenes Kurzgeschichte Kleines Herz in Not von 1935 (engl. zunächst The Basement Room, später wie der daraus abgeleitete Film The Fallen Idol genannt; wie der Dritte Mann Ende der 1940er von Carol Reed verfilmt, jeweils nach einem mit Graham Greene entwickelten Drehbuch).

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