Roman: Was zusammengehört, von Markus Feldenkirchen (2010) – 4 Sterne

Was mir gefiel:

  • ab der zweiten Hälfte zunehmend spannend (auch wenn die bloßliegende Geheinmnisenthüllungsverschleppungstaktik des Autors enorm ermüdet)
  • nettes Ablästern über Ryanair
  • der kurze Schülerbesuch beim irischen Bürgermeister brachte mich ein paarmal zum Lachen (anders als der Rest des Buchs)

Was mir weniger gefiel:

  • Dialoge selten und peparm
  • völlig unpsychologische Darstellung vor allem der Frauen: die beiden Freundinnen des Jetztzeit-Erzählers sind reine Karikaturen, die Hauptfigur Victoria bleibt konturlos
  • langatmige Irland-touristische Belehrungen
  • überflüssige DDR-Reise
    der größere Buchteil spielt in der Jugend des Ich-Erzählers, diese Schülergeschichte klingt naiv und nach Groschenroman, während die eigentliche Spannung im Jetztzeit-Teil des Buchs liegt
  • sehr unrealistisches Szenario (er erhält kurz vor einer Irlandreise scheinbar einen Brief von seiner irischen Ex-Liebsten von vor 15 Jahren, den er dann jedoch ungeöffnet mit nach Irland nimmt und auch dort liest er zunächst die Alt-Briefe der Ex)
  • sprachlich völlig belang-, kraft- und ambitionslos, ich dachte manchmal ‚Thommie Bayer im Aldi-Regal‘; man kann es allerdings auch völlig mühelos herunterlesen
  • deutsch-irische Sprachschwierigkeiten werden nur zweimal ganz kurz angesprochen
  • Bankszenario im Jetztzeit-Teil blasses Klischee ohne realistische Anmutung
  • reihenweise Rückblenden und Rückblenden in den Rückblenden
  • Missbrauch eines historischen Zitats für den Titel eines belanglosen Buchs

Wieder mal ein deutscher Autor, der mutmaßlich seine verschwiemelten Jugenderinnerungen ausbreitet. Lernt man das bei Hans-Ulrich Treichel im Seminar? Immerhin werden die Ergüsse bei Feldenkirchen nicht ganz so physisch.

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