Roman Chinesin in England: Kleines Wörterbuch für Liebende, engl. A Concise Chinese-English Dictionary for Lovers (2007) – 6 Sterne

Unschuldiges Chinamädel, 23, kommt nach London, um ihr Englisch zu aufzubessern. Zieht bald zu einem älteren Späthippie. Dann per Interrail durch Europa.

Die Ich-Erzählerin liefert schöne Vergleiche zwischen westlicher und chinesischer Kultur (Beziehungen, Familie, Mann-Frau, Privatsphäre, Essen, Ausdrucksweisen, Geld). Ein Großteil ist in kaputtem, niedlichem Asien-Englisch geschrieben, erst gegen Ende wird es etwas besser (ich hatte die englische Originalausgabe A Concise Chinese-English Dictionary for Lovers).

Too much tell:

Ich habe es zügig runtergelesen, auch wenn ich nicht ganz zufrieden war: Einige Episoden wirken reichlich konstruiert, nur damit noch eine Ost-West-Konfrontation reinpasst (The Guardian: „There’s too much tell and not enough show“). Die Ich-Erzählerin geht fast durchgehend in einen Englisch-Kurs, doch sie erzählt kaum davon und ihr Englisch verbessert sich lange Zeit auch nicht. Gelegentlich nutzt sie viel zu komplizierte Ausdrücke, die nicht zum vorherrschenden Kinder-Sprech passen.

Man hat den Eindruck, dass die Verfasserin – die mit 22 von China nach England zog – ihre eigenen Erlebnisse in diesem Buch konzentriert hat. Dazu gehört auch Gelegenheitssex in Berlin, Faro und Venedig; müssen wir das alles erfahren? Das Kino spielt eine zu starke Rolle – die Verfasserin studierte Film und produzierte später einige Filme (ausführlich in der englischen Wikipedia, knapper in der deutschen). Auf jeden Fall ein interessantes Buch, wenn man sich für England, China und/oder Ost-West-Beziehungen interessiert (Ost-West-Beziehungen behandelt auch dieser Band).


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