Rock-Spielfilm: Blues Brothers (1980) – Trailer & 2 Szenen – 5 Sterne

Stolz dämliche Action-Komödie mit viel gutem Bluesrock

Die Handlung des scheppernden Kultklassikers ist ein Nichts, sie liefert nur die Anlässe zu Konzerten und Verfolgungsjagden. So entstand eine hübsch pubertäre Macker-Actionklamotte mit zerdepperten Autos, Tonnen von Glasscherben und explodierenden Gebäuden. Ganz wichtig, immer schön betont respektlos agieren (manche würden es wohl „anarchisch“ nennen), also stolz nonkomfirmistisch unanständige Wörter wiederholen, die Polizei, den Pfarrer, die Nazis und die Countrymusik veräppeln.

Dabei achtet Regisseur John Landis fast krampfhaft darauf, dass alles stets nachlässig, schäbig und verkommen erscheint (Filmkritiker Roger Ebert: „Was it dreamed up in a junkyard?“). Auch die Verfolgungsjagden sind zwar aufwändig, aber ohne Pfiff, unterhalten weit weniger als kleinere, aber liebevoller arrangierte Car-ambolagen aus vielen anderen Filmen (vgl. Is‘ was, Doc und The Italian Job (2003)).

Die Hauptdarsteller John Belushi und Dan Akroyd sieht man praktisch nur mit Sonnenbrille und Hut, wohl auch, um ihre Drogensucht zu verbergen (überhaupt muss man den schlechten Trip namens Fear and Loathing in Las Vegas denken). Da die Akteure hier generell jede Explosion, jede MG-Kugel, jede Verfolgungsjagd und jeden Rundflug in einer Telefonzelle stoisch ignorieren, ist man auf die Gesichter auch nicht angewiesen, die Sonnenbrillen verbergen nichts Wichtiges. Sie wirken zunehmend dröge und langweilig.

Der Musikfilm bringt jede Menge deftigen Bluesrock und andere Black Music zu Gehör. Davon hätte ich gern mehr gehabt. Mein Highlight: der clowneske Gottesdienst-Shuffle mit James Brown und Chaka Khan. Nett auch die Einlagen von Aretha Franklin, John Lee Hooker und Ray Charles.



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