Rezension TV-Spielfilm: Altersglühen – Speed Dating für Senioren (2014, mit Mario Adorf, Senta Berger) – 7 Sterne – mit Video & Pressestimmen

Vergnüglicher, improvisiert gedrehter Quasselmarathon um gediegene Datingveranstaltung für ältere Mitbürger; ließ mich ein paarmal laut auflachen. Viele markante Gesichter in immer neuen Großaufnahmen, besonders in Erinnerung bleiben Senta Berger, Mario Adorf, Matthias Habich und Hildegard Schmahl. Verblüffend: Der Milchbubi-Moderator im Film ist Regisseur und Autor Jan Georg Schütte.

Es gibt Altersglühen als TV-Spielfilm und in Variation auch als kleine Serie. Verkauft werden unterschiedliche DVDs nur mit dem Film, nur mit der Serie oder mit allem. Ich habe den Film gesehen. Das Ergebnis lässt natürlich an den Speeddating-Film mit Jüngeren, Shoppen, denken.

Ein oder zwei Figuren sind zu karikiert. Vor allem aber: Keine rechte Entwicklung, keine markanten Querbezüge, und auffällige Wiederholungen bestimmter Motive und Gesichtszüge – die Geschichte tritt lange eloquent auf der Stelle, dann tröpfelt sie ergebnislos aus. Das kommt davon, wenn man drehbuchlos mit 19 Kameras immer weiter macht. Hoch dotiertes Impro-Theater.

“ Zum Verlieben ist jeder Einzelne…“ – die Presse:

Evenlyn Roll in der Süddeutschen Zeitung:

Michael Gwisdek. Der kann das, nur mit einem Figurenprofil ausgestattet drauflos agieren. Was für eine Spiel-lust. Was für eine Improvisationsfreude. Was für eine Überraschung… Hochachtung, Chapeau, und: Danke schön!… Und dann geschieht noch etwas Erstaunliches. Die alten Gesichter der alten Bekannten in Großaufnahme werden auf einmal schön. Dieser Film hat also die Kraft, Sehen zu verändern, Schauspielkunst neu auszustellen, und alles, was wir sonst geboten bekommen, in einen neuen Blickwinkel zu rücken.

FAZ:

Mit jeder Paarung hat auch der Zuschauer ein neues Date, und nach einiger Zeit, wenn er die Figuren besser kennt, wächst der Reiz, zu sehen, wer da aneinandergerät… Zum Verlieben ist jeder Einzelne von ihnen.

Spiegel:

Improvisation ist seit Jahren das Spezialgebiet des Autors und Regisseurs Jan Georg Schütte. Bereits in „Die Glücklichen“ (2008) und „Swinger Club“ (2006) versuchte er sich an der Methode, Schauspieler nur mit Rollenbeschreibungen auszustatten und sie an einem Schauplatz unter einer bestimmten Prämisse interagieren zu lassen. In beiden Fällen brachte das erfrischend kurzweilige Ergebnisse, die zu kleinen Programmkino-Hits wurden…

Frankfurter Rundschau:

Verblüffend authentisch wirkende Konstellationen…

TV Spielfilm:

  • Teils Banales, Rührendes, Witziges und immer sehr Menschliches fördert dieses Experiment zutage, das voll auf das Improvisationstalent des Ensembles setzt – denn ein Drehbuch gab es nicht! Ein außergewöhnlich spontanes Vergnügen

Die Welt:

Das muss man gesehen haben!… Einen Film, den man sich am Ende wahnsinnig gern noch mal von vorn anschauen würde. Weil man sich so schön eingelebt hat. Weil man das Lächeln gar nicht mehr aus dem eigenen Gesicht kriegt.

Tittelbach.de:

Das Top-Esemble macht den 85-Minüter sogar Primetime-tauglich. Es überrascht, dass die Situationskomik immer wieder von Momenten großer Wahrhaftigkeit gebrochen wird. Im Kern haben viele Geschichten etwas Schmerzliches.


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