Rezension Novelle: Schwüle Tage, von Eduard von Keyserling (1904) – 7 Sterne

Ein reicher Gutsherr und sein verweichlichtes Söhnchen, Abiturversager, buhlen vergeblich um diverse Frauen und mühen sich krampfhaft, Haltung zu zeigen – tenue. Sie scheitern immer wieder, das Ringen um Haltung ermüdet sie.

Eduard von Keyserling zeigt schön die steife, unfrohe Atmosphäre der Jahrhundertwende voller Rituale und Verlogenheiten. Mit vielen Dativ-es und aufdringlichen Beschreibungen der Sommerschwüle und sinnlich duftenden Gärten trägt von Keyserling aber auch recht dick auf. Mehrfach beobachtet Sohnemann den Papa in sehr privaten Momenten – unwahrscheinliche Zufälle. Keyserlings Wellen gefielen mir etwas besser.

Meine Insel-Taschenbuch-Ausgabe enthält außerdem das kurze Stück Nachbarn. Es schildert zwei unzufriedene Paare in der Sommerfrische und endet diffus.

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