Rezension: Mamsell Fifi – Erzählungen, von Guy de Maupassant – 7 Sterne

Guy de Maupassant (1850 – 1892) liefert deftige Satiren ab. Aufs Korn nimmt er spießig-brutale deutsche Soldaten, brave Bürger der Provinz und lebenslustig-strohdumme Frauen, die gelegentlich das Pekuniäre und das Amouröse überraschend verbinden, mit teils interessanten Gewissenskonflikten.

Die Kurzgeschichten mit Ausnahme von Der Horla perlen munter herunter. Meine Übersetzung von Walter Widmer klingt vollmundig-prall und nie blutleer „übersetzt“.

Auf Dauer wirken einige Elemente aber zu repetitiv, so der schenkelklopfende Humor mit Hang zur Schadenfreude, die Geschichten in der Geschichte, die frivole Damenwelt, Kleinstädter-Borniertheit und drastische Gesinnungswandel zur Erlangung von Vorteilen. Einige Geschichten scheinen wahre Ereignisse aufzuspießen, aber mein Diogenes-Taschenbuch 21080 sagt dazu nichts (das Buch verspricht hinten in der Werbung für sich selbst ein „Nachwort“ des Übersetzers, das ich nicht vorfinde).

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