Rezension Kinodrama: Nach der Hochzeit, mit Mads Mikkelsen (2006) – 5 Sterne – mit Video

Eine superreiche dänische Familie ringt um Dinge, die vor 20 Jahren geschahen, um einen angekündigten Tod und einen aus der Versenkung aufgetauchten Kindsvater. Ein paar Szenen spielen in einem indischen Kinderheim. Der Film von Regisseurin Susanne Bier erhielt exzellente Kritiken.

Die Darsteller sehen gut, aber nicht zu gelackt aus. Die Kamera liefert gute, aber vielleicht zu gelackte Bilder (trotz Dogma-orientierter Optik). Mads Mikkelsen, bester Bond-Bösewicht aller Zeiten in Casino Royale (2006), spielt hier gut einen ernsthaften bis verstockten Menschen – doch dass dieser Typ ein unterfinanziertes Waisenhaus in Mumbai leitet, glaubt man kaum.

Wie ein Groschenroman:

Auch sonst wirkt die Handlung zu konstruiert – „der Zufall ist einfach zu groß“, stellt sogar eine Figur im Film fest. Vor allem driftet der Film zunehmend in Richtung Groschenroman oder mindestens deutsches TV-Drama:

Das Ambiente ist weitaus zu bombastisch; mitunter klingen die Sätze hohl, wirkt alles zu melodramatisch; dazu die aufdringliche Musik, das märchenhafte Anwesen, immer wieder ganz groß im Bild Augen, Münder und ausgestopfte Tiere; ohne Bezug zur Handlung erscheinen plötzlich welke Blätter und ein toter Fuchs.

Freie Assoziation:

  • Susanne Biers Film Love is All You Need (2012) ist ebenso überkonstruiert und mit Superreichen überfrachtet. Er könnte auch „Vor der Hochzeit“ heißen.


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