Rezension: Für eine Nacht… und immer? TV-Spielfilm mit Juliane Köhler, 2015 – 6 Sterne – mit Pressestimmen & Trailer

24jähriger cooler Macker verbringt die Nacht mit einer 45jährigen Managerin auf Dienstreise. Später zieht er bei ihr ein, sie reden von Heirat. Die unaufdringliche, auf Dauer zu gleichförmige Musik liefert Jazzklavierpoet Martin Tingvall.

Das Ganze ist ungemein schön gefilmt und, Degeto sei Dank, mit ungemein schönen Wohnungen, BMWs und Porsches. Die Schauspieler sind beim Dreh etwa 29 und 50. Marc Benjamin guckt immer ungemein verstockt-cool-trocken, und Juliane Köhler wirkt immer ungemein sinnlich.

Köhler sieht als im Film 45jährige ebenso aus wie als 50- und als 55jährige – sie ändert sich über zehn Filmjahre so wenig wie die anderen Akteure (Regie Sibylle Tafel). Die Kamera fokussiert beim Dialog stets hin und her.

Trotzdem läuft die Geschichte routiniert kurzweilig durch. Und wenn sie nicht gestorben sind –

„Allzu melodramatische und klischeebeladene Wendungen“ – die Kritiker:

Frankfurter Allgemeine:

Juliane Köhler verleiht Eva die Ausstrahlung einer Frau, die nur darauf zu warten scheint, dass sich die Prophezeiungen ihres Umfelds bewahrheiten. Als würde sie das Unglück herbeisehnen. Marc Benjamin verleiht Toms Zuneigung zu Eva Glaubwürdigkeit. Sie harmonieren als Paar…. Der Titel „Für eine Nacht…und immer?“ ließ schlimmsten Kitsch befürchten. Was für ein Irrtum.

Dpa (hier bei Focus):

Die Schauspieler altern selbstverständlich nicht. Sie haben sogar denselben Altersunterschied, und sie spielen beide ausgesprochen gut und glaubhaft… Die Zeitsprünge sind schwierig und ziemlich realitätsfremd. Einige allzu melodramatische und klischeebeladene Wendungen (Fremdgehen, Unfall) hätte es auch nicht gebraucht. Der Arbeitstitel „Der kleine Unterschied“ war viel treffender.

Neue Osnabrücker Zeitung:

Dank der augenscheinlich tollen Chemie zwischen Juliane Köhler und Marc Benjamin bleibt die Liebe der beiden jedoch keine dramaturgische Behauptung, sondern wirkt glaubwürdig… „Für eine Nacht … und immer?“ punktet vor allem durch sein Understatement, das Vermeiden einer aufdringlichen Moral und der Instrumentalisierung seiner Figuren. Eva und Tom lieben sich nun einmal, basta.

Frankfurter Neue Presse:

Ärgerlich schwach… Faszinierendes Thema, eine tolle Juliane Köhler und prickelnde ErotikJuliane Köhler meistert ihre Rolle einfach grandios, während Marc Benjamin ziemlich unterfordert rüberkommt. Aber das ist mit Sicherheit nicht seine Schuld: Toms durch das Drehbuch vorgeschriebene und nahezu in allen Szenen durchgehend präsentierte locker-lässige Selbstsicherheit wirkt nicht nur aufgesetzt und unrealistisch, sondern engt seinen Darsteller auch in schauspielerischer Hinsicht sichtlich ein. Noch ärgerlicher: Die ARD-Tochter Degeto präsentiert in dem Film wieder mal eine luxuriöse Oberklassen-Traumwelt. Diesmal gar mit gleich zwei finanziell bestens gestellten Erfolgsmenschen im Porsche Cabrio: Ein Lebensentwurf, der mit der Wirklichkeit des durchschnittlichen Zuschauers nur wenig zu tun hat

TV Spielfilm:

Ein echter Schauspielerfilm über Liebe, Scham und sozialen Druck: Benjamin… überzeugt hier als willensstarker Liebhaber neben der gewohnt feinnervig agierenden Köhler („Zwei Leben“). Die Zeitsprünge über zehn Jahre sind diskussionswürdig, aber neben unkitschig inszenierten Erotikszenen bestechen die detaillierten Beobachtungen eines immer noch großen gesellschaftlichen Tabus. Das tolle Ensemble ist zum Verlieben

Tittelbach:

Elegant und psychologisch stimmig… Ein Glücksfall ist die Besetzung: Juliane Köhler ist das emotionale Zentrum und Marc Benjamin eine echte Entdeckung!… die Dialoge charakterisieren das künftige Paar und haben Witz („In meinem Alter redet man mit Männern eher über Bandscheiben-Vorfälle“)


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