Rezension Filmsatire: Thank You For Smoking (2005) – 7 Sterne – mit Video


Schnelle, witzige Komödie um einen amerikanischen Zigaretten-Lobbyisten. Viele bizarre, politisch sehr unkorrekte Dialoge, teils pfiffig gefilmt. Sehr unterhaltsam, auch wenn Hauptdarsteller Aaron Eckhart zu gut aussieht für einen Lobbyisten und im ganzen Film nicht eine Zigarette angezündet wird.

Der gleichnamige, zugrundeliegende Roman wurde fürs Drehbuch stark gestrafft, vor allem die absurde Krimihandlung – Medien und Politik stehen hier im Vordergrund. Der Sohn des Hauptdarstellers hat jedoch im Film weit mehr Bedeutung als im Buch, teils an der Grenze zum Kitsch. Insgesamt wirkt der Film runder.

Mit 88 Minuten ist die Komödie erfrischend kurz. Darum liefert die DVD auch eine lange Strecke nicht verwendeter Szenen, alle kommentiert von Regisseur und Co-Autor Jason Reitman (Juno, Up in the Air; weitere Darsteller hier Maria Bello, Adam Brody, Sam Elliott, Katie Holmes, Rob Lowe, William H. Macy, J.K. Simmons und Robert Duvall). Die zwei DVD-Kurzdokus mit acht und vier Minuten sagen kaum etwas über die Entstehung des Films, kommentieren eher die politische Landschaft in den USA.

Rezensionen:

  • IMDB: 7,6 von 10 Publikumssternen (188699 Stimmen im Februar 2016 (Männer 7,7, Frauen 7,4))
  • Metacritic: 71 Prozent Kritikerzustimmung (bei 36 Kritiken, mit englischen Kritikerzitaten)
  • Rotten Tomatoes: 86 Prozent Kritikerzustimmung (mit englischen Kritikerzitaten)

Der Spiegel:

Die Geschichte, nach dem gleichnamigen Roman von Christopher Buckley ist eine Achterbahnfahrt durch die „Spin“-Kultur Amerikas, die die Wahrheit für die öffentliche Meinung präpariert und mit ihren professionellen Euphemismen die Interessen der Lobbyisten an den Verbraucher, Bürger und Wähler zu bringen hat. Mit traumwandlerischer Sicherheit wirbelt Jason Reitman durch diese Szene der rhetorischen Durchlauferhitzer, denen der Bezug zur unpolierten Wahrheit längst abhanden gekommen ist… Die Dialoge sind bis zum Platzen pointiert, kommen Schlag auf Schlag

Artechock:

Aaron Eckhart gelingt des Bravourstück, den aalglatten Scheißkerl tatsäch­lich zum Sympa­thie­träger des Films zu machen. Nick Naylor – ein Mephisto im Designeranzug… Für sein Regie­debüt brennt Jason Reitman ein Feuerwerk an Pointen, Wortwitz und Absurditäten ab… Trotz vieler fieser Gags bleibt einem das Lachen bei diesem Film nie im Halse stecken. Letztendlich ist er weniger böse Satire als eine wahrhaft hinterlistige Komödie, die damit konfrontiert, wie verführbar der Mensch ist und wie schnell sich Werte, Wahrheit und Moral wie Rauch verflüchtigen.

Die Zeit:

Es ist eine ziemlich brutale Komik, die diesen Film antreibt – es ist die Komik der Freiheit, und wie jede gute Farce ist auch Thank you for smoking deshalb gelungen, weil er der einfachen, moralisierenden Scheinwahrheit des guten und richtigen Denkens etwas entgegenhält, das funkelt und leuchtet und das so genannte Böse so attraktiv macht… Regisseur Jason Reitman hält die Balance zwischen der souveränen Satire, die so lange mit dem Witz hantiert, bis er sich gegen die Figuren wendet, und dem Spiel mit der durchaus ernst zu nehmenden demokratischen Annahme, dass man die Wahrheit ruhig einmal durch den Fleischwolf jagen kann, wenn man nur die richtigen Argumente hat.

Stern:

beste Unterhaltung… rundum gelungene Satire… Einen glänzenden Auftritt hat Aaron Eckhart in der Hauptrolle des Nick Naylor. Der Schauspieler mit dem sehr deutschen Nachnamen mimt sichtlich lustvoll und sympathisch verschmitzt den Raucher-Lobbyisten mit privaten Problemen

Taz:

Sieg der schlechten, aber umso frecher vorgebrachten Argumente… Die Handlung des Films folgt allzu vertrauten Mustern, als dass man sie hier beschreiben müsste. Interessant wird er durch die dargestellten Redetechniken. Wenn Naylor sich mit seinen Kollegen von der Alkohol- und Waffenindustrie zum Stammtisch trifft, schlägt das Drehbuch förmlich Funken, so scharfzüngig konkurrieren die drei um den Titel des teuflischsten Agenten… ((Zur Eindeutschung:)) …trifft sie den forschen Sprachduktus mit seiner fein austarierten Ironie so hervorragend, dass man in bester Argumentierlaune das Kino verlässt.

New Yorker:

…a nifty but slight movie. Some of the writing is obvious, and the dramatic structure is flimsy, if not downright arbitrary. But Eckhart, in a sure-handed performance, holds the picture together… now he’s got a breakthrough role. Eckhart has a smile a yard wide, a square jaw, and a thatch of Redfordish blond hair, but he’s a bit cross-eyed, and when that grin spreads across his face you wonder if he’s happy or just gloating. Cinema desperately needs stars at the moment, and his off-kilter good looks and mildly unsavory persona fill the screen… If he gets the scripts he deserves, he could rival George Clooney for the smart-guy parts… the movie takes a tiresome turn when Nick lugs his spookily articulate son around with him in an attempt to hold on to the kid’s affection

New York Times:

Glibly funny and eager to please… Mr. Reitman, who also wrote the screenplay, has a background in television advertising, and it shows. Although he steers his cast through its paces with facility, he tends to oversell jokes that were already plenty loud in the book. His visual gags, somewhat curiously, are generally weak… Save for Katie Holmes, straining credulity as a newspaper reporter who beds Nick for a story, the cast is exceptionally fine

Rotten Tomatoes:

Critic Consensus: Loaded with delightfully unscrupulous characters and a witty, cynical script, Thank You For Smoking is a sharp satire with a brilliantly smarmy lead performance from Aaron Eckhart.

Roger Ebert (3,5 von 4 Sternen):

A satire both savage and elegant, a dagger instead of a shotgun

Guardian:

Jason Reitman’s sassy feature debut loses some steam as we get closer to the narrative butt. These one-liners still sting but, in the wake of a kidnapping and some father-son bonding, the story starts to drag. As an attack on the smoking lobby, it has none of the fire of Michael Mann’s The Insider

Rolling Stone, Peter Travers:

A big thank-you indeed for this acutely hilarious film version of Christopher Buckley’s novel… comic gold… Another plus: Ethics never get in the way of the jokes. Both sides of the political fence will feel royally skewered. All that’s lacking is a warning from the Surgeon General: This film will make you laugh till it hurts.

New York Magazine:

… arch and leaden. To work onscreen, Thank You for Smoking needed to be fast, scruffy, and offhand. But even the good lines here last a self-congratulatory beat too long. Aaron Eckhart is likable, but he’s too hangdog and naturalistic for a part that could have used a brisk young Jack Lemmon type. (As a reporter who uses her big, rapt eyes and hot bod to tease out his secrets, Katie Holmes has more of a chance to cut loose.) The scenes that should set the movie’s tone, Nick’s leisurely lunches with the mod Squad—a.k.a. the Merchants of Death, played by Maria Bello (alcohol lobbyist) and David Koechner (gun lobbyist)—are visually dead.


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