Rezension Fahrschüler-Doku: You Drive me Crazy (2012) – 8 Sterne – mit Video

Die 84minütige, sehr unterhaltsame Dokumödie begleitet drei internationale Fahrschüler: eine oft angespannte deutsche Modedesignerin in Mumbai; eine scheinbar entspannte koreanische Musikstudentin in München; einen amerikanischen Nachwuchsdesigner und Aushilfsjobber in Tokio.

Mitten im Verkehr:

Alle ein oder zwei Minuten wechselt der Schauplatz zwischen Indien, Deutschland, Japan. Die Doku ist schön gefilmt und zeigt viele Momente aus dem Verkehr, in Indien auch direkt von der praktischen Fahrprüfung. Viele Szenen und Dialoge spielen direkt im Auto, die Kamera sitzt auf dem Armaturenbrett.

Nebenbei sehen wir auch das sonstige Leben der Fahrschüler: familiäre Sorgen, Skypen mit der Heimat, berufliche Entwicklung. Alle Fahrschüler tun sich schwer, nicht alle erreichen ihr Ziel. Die zwei Frauen sind interessant und sehr unterschiedlich; der Amerikaner weckt wenig Interesse.

Nachgestellt:

Manche Szenen wurden offensichtlich nachgestellt, das aber mit einer Ausnahme recht gut (immerhin wird der Film von Realfiction vertrieben). Die Stimmen der Akteure aus dem Off klingen mitunter so, als ob sie Texte der Filmautorin Lia Jaspers vorlesen; dabei ist die zögerliche, aber klare deutsche Aussprache der Koreanerin sehr passend.

Es gibt jedoch keinen Hintergrundsprecher aus dem Off, und so bleiben ein paar Dinge unklar: zum Beispiel die Preise für den Fahrunterricht und ob einheimische Fahrschüler die gleichen grotesken Schwierigkeiten haben wie der Amerikaner in Japan. Auch gibt es kein Wort darüber, wie sich Rechtsverkehr gewohnte Akteure auf Linksverkehr einstellen.

Hintergründe zum Film bei Spielfilm.de:

„You drive me crazy“ erlebte seine Premiere im vergangenen Jahr ((also 2011)) auf der DOK-Leipzig, damals noch unter dem ursprünglichen Titel „And who taught you to drive?“… Aus finanziellen Gründen waren die beiden Filmemacherinnen darauf angewiesen, ihre Hauptdarsteller über Skype zu casten. Nachdem sie drei charismatische Protagonisten gefunden hatten, machten sich Thiele und Jaspers in die jeweiligen Länder auf und begleiteten ihre Hauptpersonen einen Monat lang auf dem harten, beschwerlichen Weg zum Führerschein.

„Blechschaden der Kulturen“ und andere Kritiken:

TV Spielfilm:

Kuriose Doku…

Die Zeit:

Blechschaden der Kulturen… Charmanter Dokumentarfilm… Die reizvolle Idee, den Clash der Kulturen über Fahrstunden zu vermitteln, trägt leider nur zum Teil. Ohne Kenntnis über die Autofahr-Gewohnheiten in Südkorea wird nicht recht deutlich, worin der Kulturschock für Hye-Won hinterm deutschen Lenkrad besteht… Schließlich verzettelt sich der Film auch noch in Familiengeschichten… Offenbar haben Jaspers und Thiele selbst erkannt, dass die Fahrschulszenen zu wenig für ihr Thema hergeben, und so folgen sie Hye-Won über weite Strecken des Films außerhalb des Übungsautos…  Dann endet der Film abrupt. Die Handlungsstränge bleiben wie lose hängen.

Rheinische Post:

Vergnügliche Doku… Ein Culture-Clash mit herrlichen Konfrontationen in Indien, Japan und Deutschland.  Wer glaubt, der bayerische Teil des Films sei am wenigsten exotisch, irrt… Vier von fünf möglichen Punkten.

Spielfilm.de:

Schräger, über weite Strecken herrlich komischer kleiner „Culture clash“, der von seinen liebenswürdigen Hauptpersonen lebt… eine sympathische, mit vielen witzigen Momenten gespickte kleine Dokumödie

Fluter:

Wahnsinn auf vier Rädern… unterhaltsame Doku… Die Komik wie die Drastik des Fremdseins führt der Film gut vor Augen. Zeitweise wirken die Szenen etwas gestellt. Auch die Erzählstimmen der Protagonisten stören den Doku-Charakter. Dennoch ist diese Ode an das Autofahren schon wegen der tollen Schauplätze sehenswert.

Hamburger Abendblatt:

Amüsanter Culture Clash… Dokumentarfilm voll amüsanter Momente, der mit leichter Hand etwas über die Unterschiede der Kulturen vermittelt

Kino.de:

Das ungewöhnliche, innovative Thema verleiht der Dokumentation von Andrea Thiele eine erfrischende Andersartigkeit und hat eine fesselnde Wirkung auf das Publikum. Es ergeben sich reihenweise skurrile Situationen, die einen großen Unterhaltungsfaktor garantieren

Filmtabs:

Auch wenn die kuriosen bis absurden Fahrstunden ein unerschöpflicher Quell für Heiterkeit sind – gelungen ist diese ungewöhnliche Dokumentation schon durch die Auswahl der Kandidaten


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