Rezension Einwanderer-Roman: Bloß (k)eine Hochzeit, von Bali Rai (2001, engl. (Un)arranged Marriage) – 7 Sterne

Manjit ist in England aufgewachsen, doch seine konservative und ungebildete indische Punjabi-Familie will ihn 17jährig mit einer Punjabi-Frau verheiraten, die er nicht kennt und nicht will. Autor Bali Rai, der in ähnlichen Umständen aufwuchs, schildert vor allem, wie sich der intellektuelle Manjit von seiner Familie abhebt und immer verzweifelter gegen die arrangierte Ehe sträubt – samt einem unfreiwillig langen Aufenthalt in Indien, bis zum dramatischen Finale.

Das liest sich lebendig, nicht stereotyp, mit vielen Einblicken und mehreren sehr spannenden Passagen. Sitten und Gebräuche erklärt der Autor manchmal zu pädagogisch aufdringlich. Das Stehlen, Saufen und die Straßensprache öden an, aber es gehört wohl dazu. Sehr mechanisch träumt Manjit einmal von einer Freundin – und fünf Minuten später hat er dann ein Zaubergeschöpf erspäht, das auch tatsächlich sein wird.

Das Buch wird als Jugendroman vermarktet (ab 14), der Autor schrieb nach diesem Erstling viele weitere Jugendbücher. Meine englische Klett-Ausgabe für den Unterricht hatte im Anhang noch ein paar Statistiken und Landkarten über England, Indien und farbige Einwanderer.

Assoziationen:

Das Grundszenario des Romans erinnert deutlich an Anita & Me, von Meera Syal – im Zentrum stehen ebenfalls Punjab-Jugendliche und ihre Eltern in England. Weitere Bücher über Inder im Westen (in den USA) schrieb Jhumpa Lahiri, über Chinesen in London Timothy Mo, über junge karibische USA-Einwanderer schrieb Julia Alvarez.

Weitere vage Assoziationen:


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