Rezension deutsche Komödie: Nach Fünf im Urwald (1995, mit Franka Potente) – 8 Sterne – mit Video

Die Komödie um große und kleine Kleinstadtspießer mit großen und kleinen Träumen, die plötzlich kiffen, untertreibt auf ganzer Linie: Unglamouröses, aber sehr lebensechtes Personal; hintergründiger Witz, der sich nicht aufdrängt, sondern schön langsam zündet; selbst wirklich groteske Szenen ohne Schrillität.

Nicht nur Franka Potente spielt unterkühlt und gut als Teenagerin mit Träumen, auch ihre Filmeltern Axel Milberg und Dagmar Manzel agieren sehr präsent, sehr realistisch und doch einen unterhaltsamen Tick weit filmi.

Lachhaft:

So viele Komödien öden mich an, sog. Comedy widert mich an. Aber hier habe ich wirklich oft laut gelacht, mitunter mit Verzögerung.

Zu deutlich satirisch erscheint nur der verklemmte Abiturient. Klischiert wirkt auch die altkluge kleine Schwester vom Dienst. Ihr hat Regisseur und Mitautor Hans-Christian Schmid jedoch hervorragende Sätze zugeschrieben. Auch der Filmtitel ist perfekt – und perfekt in die Geschichte integriert.

Überhaupt ist die ganze Geschichte gut gebaut und gut getextet, die unglaublichen Zufälle halten sich noch in Grenzen. Momentweise mit Noten von Beste Zeit, Kleine Haie und Die Abfahrer.

Franke Potente trägt immer das gleiche Kleid, und es ist perfekt.

Die HD-Ausstrahlung im Fernsehen 2015 hatte ausgewaschene Farben, war körnig und zu dunkel, eigentlich habe ich selten so ein schlechtes Bild gesehen.

„Dichter, runder, gleichzeitig melancholischer und positiver Film“ – die Kritiker:

Filmspiegel.de:

Eine so einfache, so unspektakuläre Thematik, so behutsam und berührend inszeniert, dass sie den größten Respekt verdient… Schmid setzt die Dialoge so präzise, zeichnet die Figuren so fein, verflechtet die Geschichten so klug, dass ein unheimlich dichter, runder, gleichzeitig melancholischer und positiver Film entsteht. Ein Ausnahmefall des jungen, deutschen Kinos und Vorbild für etliche Nachahmer, inkl. Schmids eigenem Jugenddrama „Crazy“.

Artechock:

Allerspätestens seit Kids ist man solche Szenen ebenso leid wie die Langnese-Werbung. – Doch halt! Der Wutausbruch des Vaters grade war ja richtig realistisch! Und auch die Genervtheit der Mutter war bei weitem überzeugender als in so manchen deutschen Soaps. Vor allem die Tatsache, daß hier nicht nur schauspielerisches Können serviert wird, sondern endlich (ahh, welch Wohltat!) auch mal andere Gesichter als die von Til Schweiger und Katja Riemann hebt die Stimmung. Franka Potente spielt die Anna so erfrischend unschuldig-unerfahren…

Tittelbach:

Witzig, zeitgemäß und klischeefrei… auch eine hinreißend komische, überaus stimmig entwickelte und glaubwürdig gespielte Komödie, die ihre Figuren nie verrät und dennoch – insbesondere in den Szenen, in denen sich die Eltern an ihre wilde Jugend erinnern – zum Schmunzeln anregt. Überragend Axel Milberg als Spießer mit doppeltem Boden und Franka Potente, die in ihrer ersten Rolle eine Frische & Authentizität an den Tag legt – was maßgeblich zum großen Erfolg von „Nach fünf im Urwald“ beitrug.

TV Spielfilm:

Kleines Meisterwerk – erfrischend lebensnah

Kino-Zeit.de:

Auch wenn die Geschichte an sich betrachtet recht unspektakulär angelegt ist, unterhält Nach fünf im Urwald doch mit einem frischen Charme… Gespür für pointierte Dialoge, authentische Stimmungen und eine feine kleine Portion Weisheit.

Scoopy.com:

I recommend this one. Not only is it Franka Potente’s first role, and a nude one, but it has much to say about the fact that age and maturity are not necessarily the same. And this may be your only chance to see someone scrub and then blow dry a dead rabbit.



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