Rezension Carol Drinkwater: The Olive Season (2003, Teil 2 der Olive-Reihe) – 3 Sterne

Carol Drinkwater und Partner haben ihr Haus oberhalb von Cannes halbwegs renoviert. Nun befassen sie sich mit Bienenzucht, Gartenausbau, mühen sich um ein AOC-Siegel für ihr Olivenöl, lassen einen Wünschelrutengänger nach Wasser suchen; und: Drinkwater wird schwanger.


Südsee und Hollywood:

Drinkwater schildert aber ausführlich auch Erlebnisse außerhalb der Provence: so ihre umständliche, mehrfach verzögerte Hochzeit auf einem Südsee-Atoll (sic), Dreharbeiten und medizinische Komplikationen in England, die Ehe von Drinkwaters Eltern in England.

Außerdem lernen wir viele skurrile Typen kennen: superreiche Engländer, sinistre Engländer, armselige Feldarbeiter aus Algerien oder Portugal, kauzige provencalische Handwerker, Hollywoodschauspieler auf Besuch (Drinkwater sagt, dass sie einige Namen und Orte geändert hat).

Akademisches und Esoterisches:

Regelmäßig unterbricht Drinkwater ihren Bericht durch manchmal akademisch klingende, allgemeine Erklärungen etwa zu Napoleon, Bienenzucht, Cannes im allgemeinen, Cannes beim Filmfestival, Zitronen, Feigen, Schmetterlinge. Diese Abschnitte wirken mitunter angelesen, fast wie Füllmaterial. Aber sie möchte wirklich alles genau wissen und hat zu jeder Frage ein Fachbuch zur Hand.

Die erste Hälfte klingt noch kompakt – Drinkwater besucht einen Imker in den französischen Alpen, hat viel im Garten zu tun und findet kaum zuverlässige Helfer. Nach ein paar Schicksalsschlägen driftet die Autorin jedoch in der zweiten Hälfte öfter ab: ihre Gedanken schweifen hierhin und dorthin, sie wechselt jeden Absatz radikal das Thema, klingt zeitweise esoterisch, erzählt von singenden Orchideen und dem Seelenleben der Bäume, schreibt selbstmitleidig, sogar missgünstig, der Leser wird zum Seelenmülleimer.

Vergleich mit dem ersten „Olive“-Buch:

Im Vergleich zu Der Olivenhain, engl. The Olive Farm (HansBlog-Besprechung dazu), wirkt der Nachfolger The Olive Season unter zwei Gesichtspunkten ruhiger:

  • der Schreibstil ist etwas ausgeglichener
  • weniger haarsträubende Situationen; außerdem
  • geringfügig lustiger
  • etwas mehr Dialog, aber selten funkelnd

Das Buch schildert auch mehr Personen außerhalb von Drinkwaters Familie, Drinkwater beschreibt sie jedoch häufig leicht bösartig.

In beiden Bänden schreibt Drinkwater ein sehr schlichtes Englisch mit kurzen Sätzen im Präsens und zu vielen -ing-Konstruktionen. Es fällt häufig schwer, das Buch wegzulegen, allerdings bremsen Drinkwaters schweifende Gedanken und Lexikon-Anmerkungen in The Olive Season den Lesefluss. Nicht hilfreich auch, dass sie unentwegt mediterrane Essenszutaten auflistet, offenbar um den Leser anzutörnen.

Das dritte Buch heißt The Olive Harvest. Inhaltsangabe laut Carol Drinkwater (Achtung, Geheimnisverrat):

Carol and her husband Michel are looking forward to summer together on the farm. A shocking blow leaves Carol alone. The future is uncertain.

Kritiken zu The Olive Season:

The Telegraph:

Gobbets of undigested research material scatter the pages, conversation comes in unlikely wodges and she stacks up adjectives to over-describe landscapes. Occasionally, it appears that the South of France might exist merely to reflect the workings of her soul… I could still have done without musings on the spirituality of trees

SF Gate:

Drinkwater begins the book with an uncomfortable dedication to her mother… Somehow her words ring false; you just don’t believe her. And sadly, those same feelings of doubt about what she is saying resurface frequently throughout her narrative. You don’t sense that Drinkwater is trying to be purposefully deceptive, but rather that she still has trouble finding her own voice. The result of all this artful dodging and weaving is that many of the important people in her life whom she writes about remain elusive; it is always all about her.

Kirkus Review:

A fussy, lugubrious sequel to The Olive Farm (2001), with the actress author’s moods swinging madly from rapture to complaint to melancholy… Anxious prose, which caroms off bee fossils, the origin of bamboo, dinner ingredients, and Napoleon’s reputation. She conveys an impression of overactivity rather than attentiveness and doesn’t get a good fix on any of her subjects

Edel’s Book and Beauty Blog:

It really feels more like listening to a friend tell you of their adventures in exotic locations then a stranger you are reading about in a book… Carol’s book will make you smile, make your heart break…. I admit it there was tears… lots of them

 

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