Rezension: Awaiting Trespass. A Pasión, von Linda Ty-Casper (Manila-Roman 1985) – 2 Sterne – mit Pressestimmen

Ich habe nur die ersten 45 von 170 Seiten gelesen. Ty-Cooper spießt die Verlogenheit der reichen Oberschicht Manilas genau auf, in interessanten Beobachtungen und Dialogen. Doch was der Verlag als „Satire“ bezeichnet, klingt oft eher nachdenklich, teils auch säuerlich anklagend und verbittert.

Der Roman wirkt wie ein Theaterstück, denn er spielt zumindest auf den ersten 45 Seiten in einem einzigen Haus, in dem sich Familie und Freunde am Sarg des reichen Playboys Don Severino treffen. Sie essen, sie reden über den Verflossenen und über Politik (die Marcos-Ära, den Krieg), sie putzen sich heraus und renommieren mit den größten Trauerkränzen und Geldspenden.

Dazu kommen die vielen religiösen Bezüge, immer in Verbindung mit Verbitterung über Heucheleien. Ein weiteres Hauptmotiv ist die obsessive Schürzenjägerei der Ehemänner und wie die Frauen dies teils billigen. Eine Hauptfigur, die ätherische Telly, denkt manchmal in freien Reimen, aber es bezaubert nicht, es ermüdet. Dies in Verbindung mit dem statischen Schauplatz und Ty-Caspars säuselndem, teils fast beleidigtem Ton führte zu einem seltenen Ereignis – ich brach die Lektüre ab.

Offenbar war dieses Buch ebenso wie Miguel Syjucos Ilustrado auf den Philippinen verboten.

Presse:

Kirkus Reviews:

…a fresh, engrossing look at the state of affairs in the Philippines. This deeply moving book–banned in the Philippines–is full of good people, good talk, and a wisdom regarding the inner life. Its Joycean expansion, from the funeral event to a portrait of a small, blighted country held hostage by other powers, reveals a fragile beauty that persists in this place and people.

Los Angeles Times:

Linda Ty-Casper involves the surreal as well as the poetic to satirize and criticize contemporary Philippine society… If there is a flaw in this powerful and poetic depiction of Philippine life, it is that it attempts too much. The characters cry out for further development. The interplay between religion and politics, and the conflict between suffering reality and bourgeois escapism demand a grander scale. Unfortunately, this is a tiny book that deserves to be an epic novel.


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