Mitten in… Khanom, Freetown, Ko Kong

Die Rubrik Mitten in… auf der Panorama-Seite der Süddeutschen Zeitung bringt heitere Erlebnisse aus oft fernen Ländern. Da kann ich gut mithalten, also habe ich genau im Format dieser Rubrik (Stil, Textlänge, passendes Foto) auch ein paar Mitten in…-Geschichten aufgeschrieben und eingereicht.

Gedruckt wurden die Anekdoten aus Thailand, Sierra Leone und Kambodscha trotzdem nicht. Hier sind sie:

Mitten in…

Khanom (Süd-Thailand)

Mitten in... KhanomDer Khanom-Strand liegt in Südthailand gleich gegenüber der Touristeninsel Ko Samui, und er ist genauso schön. Doch in den wenigen Hotels von Khanom mieten sich fast nur Thailänder ein – und ich. Unter Palmen am Strand picknickt ein einheimisches Pärchen mit einem Riesenberg Seafood. Auch sie haben bisher wohl kaum Weiße gesehen, deswegen winken sie mich jetzt heran. „Yow, yow“, ruft der Mann und hält mir strahlend eine Dose Heineken-Bier entgegen. Englische Sprachkenntnisse sind selten hier, doch das grüne Aluminium signalisiert Gastfreundschaft. „Vielen Dank, aber ich trinke nicht“, antworte ich höflich auf Thai. Mann und Frau klappt die Kinnlade herunter. Nach einem Moment der Bestürzung kehrt das Lächeln zurück, es folgt ein zweiter Griff in die Kühltasche. Sie präsentieren mir stolz eine Flasche Whiskey.

Mitten in…

Freetown (Sierra Leone)

Shoe Shoes Seller Car Downtown Freetown Sierra LeoneMühsam zwänge ich mich durch die Straßenstände in der hügeligen City, der einzige Weiße weit und breit. Da brüllt mir ein Strandlatschenverkäufer hinterher: „Yow, white man, why you pass by my stall?“ 100 Augenpaare richten sich nun auf mich und ich möchte im Boden versinken. Doch ich habe die Westafrikaner schon öfter bei scheinbar harten Auseinandersetzungen beobachtet – bis plötzlich alle lachen und sich abklatschen. Also hole ich tief Luft und schnauze lautstark zurück: „Yow, black man, then why you put your stall in my way?“ Mein Gegenüber grinst, und 100 Afrikaner grinsen mit. Jetzt nicht nachlassen. „And look at your white shirt“, schmettere ich – „you’re the white man! And if you see my shirt, i am the blue man! Not so?“ Jetzt habe ich den ganzen Markt auf meiner Seite. Wir verabschieden uns mit einer ironischen Verbeugung.

Mitten in…

Ko Kong (Kambodscha)

.Nach Kambodscha kommt man am besten mit dem Flugzeug, denn am Flughafen gibt es kaum Einreise-Stress. An den Landgrenzen wird dagegen zuviel fürs Visum verlangt, und dann soll man noch dubiose Impfmittel kaufen; so steht es in jedem Reise-Forum. Ich will trotzdem auf dem Landweg einreisen, in Ko Kong. Gegen überzogene Visumgebühren bin ich gewappnet, denn den Sichtvermerk habe ich bereits in Bangkok besorgt. Am winzigen Grenzhäuschen muss ich aber noch ein Formular ausfüllen. „Einen Dollar!“ verlangt der Grenzer barsch. Ich erkenne ihn kaum hinter der Luke. „Wieso denn einen Dollar“, nörgele ich, „schließlich habe ich doch schon ein Visum“. Der Dollar ist fürs Fotokopieren des Formulars, höre ich. Ach so. Ich erwidere clever: „Ich habe gar keine Dollars dabei, nur Thai-Währung“. Sofort schießt eine geöffnete Hand aus dem Kabuff: „Wir nehmen auch thailändisches Geld.“


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