Lustiger Roman: Die Cappuccino-Jahre: Ein Adrian-Mole-Roman, von Sue Townsend (1999) – 5 Sterne

Ach Adrian...

…damals, mit 13 3/4, da hast Du ein richtig tolles Tagebuch geschrieben, pubertär erhitzt und aufgeregt, und aufregend zu lesen, alle paar Stunden hast Du Dich ihm anvertraut, in vielen kleinen Audienzen. Und ich hab‘ mit Dir gezittert, Adrian.

Und nun? Die Cappuccino-Jahre?

Gib’s zu, das hast Du nicht selber geschrieben. Du hattest eine Ghostwriterin, die für Dich an Dein Erfolgsdiarium anknüpfen sollte. So wie Du Dein Innereien-Kochbuch nicht selber geschrieben hast, sondern Deine Mutter. Ist Sue Townsend, nominell Autorin der „Cappuccino-Jahre“, vielleicht auch Deine Mutter, Adrian? Hat sie diesmal das Tagebuch geschrieben?

Adrian: lieber nicht. Das hat nicht mehr viel von Adrian Mole. Das hat fast nichts Tagebuchiges mehr, der Inhalt wurde angestrengt ins Tagebuchschema hineingezwängt.

Immerhin, so kann man nach Belieben tagesaktuelle Witze über Euer politisches Personal, Ende der Neunziger in England, hineinschreiben. Gut, schon, ich habe ein paar mal gelacht, nettes Fettnäpfchen-Hopping hier und da.

Doch insgesamt dachte ich:

Adrian, hat da eine Ghostwriterin Dein Leben allzu krass und unrealistisch dargestellt, bloß um noch ein paar Gags herauszuwringen? Der Übersetzer hat einige Gags davon nicht rübergebracht und auch sonst wenig Liebe gezeigt. Das hier, Adrian, ist ja fast so un-lustig wie deutsche „lustige“ Bücher.

Adrian: Fünf glanzlose Sterne. Aber wir bleiben Freunde.

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