Kritik TV-Spielfilm: Silberhochzeit, mit Iris Berben (2006) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Professoren, Autoren, Anwälte, ein Versicherungsmensch und ihre Partnerinnen: Sieben gutsituierte, langjährige Freunde feiern Silberhochzeit in einer repräsentativen Altbauwohnung. Doch schon mit dem ersten Gast beginnt die Schlacht der verbalen Heckenschützen. Aus Sticheleien werden zügig handfeste Beleidigungen und empörende Offenbarungen. Das Ganze erinnert deutlich an einen späteren Film des Regisseurs Geschonneck, an Südstadt mit Anke Engelke und Andrea Sawatzki, mit seinen ausgedehnten Tafelrunden teils auch an Die Notlüge.

Opulent:

Das Fernsehspiel Silberhochzeit ist opulent ausgestattet: Verpflegung à la Essen & Trinken, Ambiente à la Schöner Wohnen, und alles in Kamera cremoso; dazu deutsche S-Klasse-Schauspieler inklusive Iris Berben, Corinna Harfouch, Matthias Habich, Axel Milberg, Ulrich Noethen und Gisela Schneeberger (Regie Matti Geschonneck, Produzent Oliver Berben, nach einer Kurzgeschichte von Elke Heidenreich).

Bei aller Aufgewühltheit spielen die Akteure meist zurückgenommen, abgeklärt. Nur Oliver Nägele als vogelfreier, öliger Dichtertyp lappt ins Satirisch-Groteske.

Konzeptionelle Mängel:

Silberhochzeit lebt nur vom Reden und spielt nur in einer Wohnung (beides den bekanntesten Filmen von Denys Arcand ähnelnd). Ausnahmsweise störte mich das nicht. Nicht mal die konzeptionellen Mängel:

Es scheint schwer vorstellbar, dass gediegene Mittelschichtler, die sich seit Jahrzehnten kennen, plötzlich dergestalt hart und verletzend miteinander sprechen, permanent Grenzen überschreiten, private Schubladen des Hausherrn durchwühlen und den Inhalt noch vortragen; dass die anderen interessiert zuhören; unwahrscheinlich auch, dass diejenigen die Opfer der Attacken überhaupt im Raum bleiben; ein paar Akteure möchten sich zwischen Tür und Angel schnell neu überkreuz verkuppeln; sie litern guten Wein frisch geöffnet weg, ungelüftet, wider besseres Wissen; und nicht zuletzt wird von Beginn an ein kurze, unschuldige Affäre aufgebauscht, die jedoch 30 Jahren zurückliegt und kaum eine Bedeutung haben kann.

Trotzdem sicher einer der besseren TV-Spielfilme.

„Absolut mitreißend! Ein böser Film…“ – die Kritiken:

Der Film erhielt mehrere Preise und nur beste Kritiken.

TV Spielfilm:

Intensives, dialogstarkes Kammerspiel… Seelenstriptease mit feinen Fernsehstars

Kino.de:

die Protagonisten gehen – wie man es z.B. aus „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ oder dem Theaterdauerbrenner „Drei Mal Leben“ kennt – derart aufeinander los

Schwäbische.de:

Bei der Erstausstrahlung im deutsch-französischen Kulturkanal Arte sahen den Film am vergangenen Freitag in Deutschland 755 000 Zuschauer

Splashmovies.de:

Selten zuvor wurde eine so ernste Geschichte auf eine derart unterhaltende Art und Weise gezeigt…

Brigitte:

Absolut mitreißend! Ein böser Film über Liebe und Freundschaft, mit messerscharfen Dialogen und lässig eleganten Bildern.


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