Kritik TV-Spielfilm: Eine zweite Chance auf Glück (2018, mit Émilie Dequenne) – 7 Sterne

Drei kultivierte Paare leben in Trennung, ringen um alte und neue Beziehungen, um Sorgerecht, und suchen „eine zweite Chance auf Glück“. Sie agieren ruhig, überlegt, ohne große Ausbrüche, zugewandt noch im Moment der Enttäuschung; sie leiden still unter stillen Erwartungen der Partner.

Seinen angenehm langsamen, nicht-hysterischen, nicht zu unrealistischen und in Frankreich preisgekrönten TV-Spielfilm garniert Regisseur und Mit-Autor Jean-Marc Brondolo mit edlen, wenn auch auf Dauer repetitiven Bildern: von zwei Köpfen ist einer unscharf, dann fokussiert die Kamera auf die Gegenfigur; und das oft in dunklen Räumen leicht blaugetont (u.a. mit Émilie Dequenne, Frédéric Pierrot, Marilyne Canto, Laurent Bateau, François Loriquet, Wim Willaert, Pierre Javaux).

Schön arrangiert der Auftritt eines Musikers, der die Gesangsstimme seiner abtrünnigen Frau aus einer blechernen Probeaufnahme einspielen muss, und der parallel dazu ebenfalls singt.

Der frz. Titel lautet Une vie après, wie so oft bei Arte eine alternative, nicht wörtliche Interpretation des Titels. Ich habe die Arte-Ausstrahlung gelegentlich auf französischen Ton umgeschaltet, jedoch deutlich weniger verstanden als bei anderen französischen Produktionen. Der deutsche Synchronton schien mir sehr genau und stimmig (und Synchronstimmen klingen ohnehin oft besser als live aufgezeichnete O-Stimmen).


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