Kritik Kurzgeschichten: Verliebte Lügner, von Richard Yates (1982, engl. Liars in Love) – 7 Sterne

Diese Kurzgeschichtensammlung gibt es auch auf Englisch als Teil der Collected Short Stories von Richard Yates. Weitere deutsche Kurzgeschichten – mit etwas anderem Charakter – stehen in den Bänden Elf Arten der Einsamkeit und Eine letzte Liebschaft.

Häufig geht es um Geschiedene, um deren Kinder, um ambitionierte Künstler in demütigenden Kommerzjobs, meist in und um New York, je einmal Los Angeles und London.

Die Geschichten sind 20 – 35+ Seiten lang und zeigen unterschiedliches Leben in alle Richtungen – teils denkt man an Kurzromane. Sie klingen gut und lesen sich flüssig. Sie erinnern deutlich an Yates‘ Romane von In Zeiten der Aufruhr bis Strahlende Zukunft und Cold Spring Harbor.

Die Geschichten

  • Kunsthandwerkerin in New York und ihre Kinder
  • Junge Frau stößt Vater und Ehemann vor den Kopf
  • Zwei alleinerziehende Frauen, drei Kinder in einer WG
  • Verlassener Ehemann will sich in Prostituierte verlieben
  • Junger US-Soldat in Europa besucht Paris und London, kämpft mit Jugendpsychowürmern
  • Junger Lohnschreiber will Autor werden
  • Geschiedener Schriftsteller ergattert Job + Loverin in Hollywood-Filmindustrie

Die Geschichte vom geschiedenen Schriftsteller in Hollywood steckt voller offen ausgesprochener Bezüge auf F. Scott Fitzgerald – und von der ersten Zeile an dachte ich an Fitzgeralds unfertigen Roman Der letzte Tycoon.

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