Kritik Kurzgeschichten: Jeder liest Drecksack/Everyone’s Reading Bastard, von Nick Hornby (2012) – 8 Sterne

Die Kurzgeschichte Jeder liest Drecksack/Everyone’s Reading Bastard berichtet unterhaltsam von einem Ehemann, der in der Zeitung lesen muss, wie seine getrennt lebende Frau ihn Woche für Woche in einer Glosse durch den Dreck zieht. Das liest sich sehr unterhaltsam, wenn auch vielleicht nicht sehr realistisch.

Zerknirschte Männer in Beziehungsnöten sind eine Spezialität von Nick Hornby (*1957). Eifernde Frauen präsentiert er sonst allerdings nicht. Ich habe mich gut amüsiert, doch endet die Kurzgeschichte unrund abrupt.

Gletscherbrille empfohlen:

Auf der Titelseite der KiWi-Ausgabe steht „Zweisprachige Ausgabe“. Die dünne Fibel bringt wohlgemerkt Deutsch und Englisch nicht nebeneinander – sondern erst die komplette Geschichte am Stück auf Deutsch, übersetzt von Ingo Herzke, und dann den gesamten Text auf Englisch.

Von einer „zweisprachigen Ausgabe“ erwarte ich ja eher, dass jeweils deutsche und englische Textabschnitte nebeneinander gedruckt werden. Die Übersetzung selbst hat mich nicht überzeugt (ich habe die Geschichte auf Englisch gelesen und dann einzelne Seiten der deutschen Fassung).

Vergessen auf dem Titel der KiWi-Ausgabe wurde der Hinweis „Gletscherbrille empfohlen“. Denn der extrem luftige Druck und die unermesslichen weißen Seitenränder bergen erhebliche Whiteout-Gefahr (Wikipedia). Und das über die immense, interpolare Strecke von 119 Seiten netto.

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