Kritik Kinofilm: Carol (2015, mit Cate Blanchett) – 7 Sterne – mit Video

New York in den 1950ern. Reiche Dame (Cate Blanchett) mit Kind lebt in den Scheidung, verliebt sich in eine kleine Verkäuferin (Rooney Mara). Sie verreisen gemeinsam, es kommt zum Skandal (Regie Todd Haynes).

Carol – nach einem frühen Roman von Patricia Highsmith – ist überaus edel ausgestattet und in gedeckten Farben aufdringlich geschmackvoll gefilmt (Cincinnati hielt für allerdings New York her). Fast schon elegisch, mit 118 Minuten zu gedehnt. Dazu klingt vielfach getragene Streichermusik. Mir war das zu schwülstig, und die lange, freizügige Liebesszene passt nicht in dieses strenge Gemälde; doch Carol erhielt durchweg allerhöchstes Kritikerlob und reihenweise Preise, bei den Oscars indes nur Nominierungen.

Die Anziehung zwischen den beiden Frauen wird nicht so deutlich. Eher schon dominiert Blanchett mit ihrer halb süffisanten, halb melancholischen Art nicht nur den Film, sondern auch die kleine Verkäuferin, die am Schluss gar wundersam zur Fotografin bei der New York Times aufsteigt.

Den zugrunde liegenden Highsmith-Roman habe ich vor Jahrzehnten gelesen, ich erinnere ihn aber kaum und hätte das Buch ohne Information von außen nicht in der Verfilmung erkannt. In der TV-Ausstrahlung fiel mir am Ende des Abspanns (ja, den sehe ich auch) eine Tafel mit allen deutschen Synchronsprechern auf. Gibt’s das jetzt öfter?


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