Rezension Kambodscha-Spielfilm: Das Reisfeld – Les gens de la riziere – Rice People (1994, Regie Rithy Panh) – 3 Videos – 7 Sterne

Der Spielfilm ums kambodschanische Dorfleben wirkt sehr nüchtern und dokumentarisch, dabei meist glaubwürdig. Wir folgen dem Leben im Reisbauern-Dorf von der Aussaat bis zur Ernte, lernen Reissorten und Gefahren kennen: Spatzen, Krabben, Schlangen, Stürme, Dornen, Nachbarn, Dorfvorsteher.

Hier spielt wirklich alles an Originalschauplätzen, die Darsteller haben keine Schauspielschule besucht, sondern vielmehr zur Vorbereitung im Filmhaus gewohnt, näher ran kommt man nicht mehr.

Der Film deprimiert durch und durch. Guten Morgen, liebe Sorgen.

Manche Bräuche und Handlungen versteht man nicht sofort, wenn man zufällig kein kambodschanischer Reisbauer ist. Und auch, wenn das reine Zugucken schon fasziniert: Hier würde man sich doch eine „richtige“ Doku wünschen, mit erklärendem Sprecher aus dem Off.

Die Bilder sprechen oft an, allerdings bleiben Kamera und Bildqualität deutlich hinter Panhs späterem „Eine Liebe nach dem Krieg“ zurück (das großteils in Phnom Penh spielt).

Der Film basiert auf dem Roman Ranjau Sepanjang Jalan (1966) des Malaysiers Shahnon Ahmad (alle Literaturverfilmungen auf HansBlog.de) Meine DVD hatte noch ein 40minütiges, interessantes Interview mit Regisseur Rithy Panh (französischer Ton, gute englische Untertitel, hier auf YouTube). Dort sehen wir auch kurz das lebende Vorbild der Film-Mutter, eine Kambodschanerin namens Yim Om, die Panh in einem Flüchtlingslager für seinen Film „Site 2“ beobachtet hatte.

Ich konnte nicht weggucken. Mich hat der Film über 130 Minuten gefesselt, obwohl er so langsam ist und gegen Ende etwas ins Mystische abdriftet.




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