James-Bond-Filmkritik: Skyfall (2012, mit Daniel Craig) – 7 Sterne – mit Video

Bond (Daniel Craig) jagt einen Irren in Istanbul, Shanghai, im Londoner Untergrund und im schottischen Hochland. Dabei nimmt er sich viel Zeit für Grübelei, Psychologie und Waisenkind-Schmerz, verzichtet auf Ironie und lässige Sprüche. Craig wirkt lederhäutig, verletzlich, menschlich, patriotisch.

Lange Einstellungen:

Szenen werden lange ausgehalten, Action erscheint vergleichsweise knapp und wenig bombastisch in Skyfall, auf Zauberwaffen wird bewusst verzichtet. Judy Dench als langbekannte Geheimdienstchefin M erhält ungewohnt viel Aufmerksamkeit, die 77jährige ist hier wichtiger als die zwei üblichen Bond-Girls. Sie darf sogar ein langes Gedicht aufsagen. Abschnittweise ist Skyfall gleichwohl sehr spannend.

Die Bilder in diesem längsten Bondfilm aller Zeiten (fast 143 Minuten) sind äußerst edel, oft leicht getont oder entsättigt – das erinnert unter anderem an den Film Zeiten des Aufruhrs/Revolutionary Road, bei dem ebenfalls Sam Mendes Regie und Roger Deakins die Kamera führte: In beiden Produktionen wirkt die Bildsprache zu aufdringlich ästhetisch und lässt zeitweise an Werbung oder Computerspiele denken – auch weil im Bondstreifen einige Kulissen erkennbar nur digital oder als Pappminiatur existierten.

Riesenerfolg:

Skyfall war kommerziell und bei der Kritik ein Riesenerfolg:

  • IMDB: 7,8 von 10 Publikumssternen (424247 Stimmen, Januar 2015)
  • Metacritics: 81% Zustimmung bei Kritikern (mit Kritikauszügen)
  • Rotten Tomatoes: 92% Prozent Zustimmung bei Kritikern (mit Kritikauszügen)



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