Rezension Italien-Auswanderer: Picknick im Olivenhain: Ein italienisches Abenteuer, von Annie Hawes (2004; Teil 2 der Trilogie) – 7 Sterne

Unterhaltsame, leicht konsumierbare Geschichten vom Leben in einem ligurischen Dorf (engl. Originaltitel Ripe for the Picking). Es geht viel ums Kochen, aber auch um Wein- und Olivenanbau, Hühnerzucht, Renovierung – und ums Eintauchen ins dörfliche italienische Familienleben:

Denn Ripe for the Picking (ich hatte die englische Ausgabe) ist eine Art „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ mit zwei umgekehrten Vorzeichen: Hier kommt eine Mitteleuropäerin mit einem Italiener zusammen, und das in Italien. Keine Frage, dass Autorin Annie Hawes kurzum auch die gesamte Familie kennenlernt (und deren Hühnerzucht oben in den Bergen).

Das Buch bietet interessante und verblüffende Einblicke. Ich habe zudem oft und laut gelacht.

Nassforscher Ton:

Hawes pflegt eine unterhaltsame, saloppe, gelegentlich nassforsche Schreibe; ihre angeheiratete Familie erscheint darin reichlich kauzig, die Erzählerin oft cool und schnodderig. Dabei plaudert die Autorin mitunter zu weitschweifig, mit überflüssigen rhetorischen Fragen und wiederkehrenden, vermeintlich jovialen Phrasen.

Mitunter klingt Hawes (zumindest im englischen Original) zu nachlässig, das erinnert eher an eine private Unterhaltung auf der Terrasse als an ein Buch. Im Vergleich zur Vorgeschichte im Band Die Oliven von San Pietro, engl. Extra Virgin fällt aber auch auf, dass Hawes diesen zweiten Band hier klar chronologisch ordnet, so dass das Erzählte übersichtlicher wirkt.

Bücher, die auf Englisch erschienen, lese ich im Original, so auch diesen Annie-Hawes-Band Extra Virgin, deutsch Die Oliven von San Pietro.

Bücher, die auf Englisch erschienen, lese ich im Original, so auch diesen Annie-Hawes-Band Extra Virgin, deutsch Die Oliven von San Pietro, Teil 1 der Trilogie.

Viele Figuren aus dem ersten Buch tauchen wieder auf. Man muss es nicht gelesen haben, denn Hawes rekapituliert kurz einige Dinge aus Band 1, ich würde aber trotzdem mit Band 1 anfangen.

Zwar handelt dieses zweite Buch hier explizit auch von Hawes‘ Beziehung zu ihrem zukünftigen italienischen Mann, doch das spielt sie eher herunter, fast mehr redet sie über die Kochkünste seiner Familie. Ihr Zukünftiger hat zwar viele Auftritte im Buch, erscheint aber eher als ein weiterer skurriler Eingeborener mit amüsanten Tics. In einem dritten Band, Der Himmel über Kalabrien (engl. Journey to the South), erzählt Hawes dann noch von einer Süditalienreise mit ihrem Mann, dessen Familie einst aus Kalabrien nach Ligurien kam.

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