Islam-in-Toronto-Spielfilm: Sabah – Eine Liebesgeschichte (2005; mit Trailer) – 5 Sterne

Im Einwandererstaat Kanada verliebt sich ein Weißer in eine Kopftuchträgerin und bietet ihr dann Schweinefleisch und Rotwein an. Naja. Ich sehe wirklich gern Hot Country Entertainment, sogar vom Drehort Toronto. Aber dieser Film hier ist passagenweise deutlich zu lehrbuchhaft und mechanisch.

Dann gibt es noch eine dramatische und wiederum sehr schematische Aussprache gegen Ende, und eine kaum zu glaubende Wende. Die meisten Figuren verkörpern eher bestimmte Geisteshaltungen als Menschen aus Fleisch und Blut.

Dennoch, Sabah zeigt attraktive Gesichter, zeitweise gutes und sympathisches Spiel. Die gelungene Middle-East-Popmusik verursacht restless leg syndrom – dazu gibt es ein paar feelgood-Momente lang peppigen Bauchtanz im Wohzimmer (Regie Ruba Nadda, mit Arsinée Khanjian, Setta Keshishian, Roula Said).

Ansonsten wirkt der Film irgendwie mager, zu low budget, die Szenen scheinen teils auf einer halbfertigen Theaterbühne und nicht im richtigen Leben zu spielen. Insgesamt gefiel mir Cairo Time derselben Regisseurin besser, ebenso wie Nadine Labakis Libanon-Filme.

Meine Sabah-DVD hat den englischen Originalton wie auch eine deutlich klarere deutsche Spur. Untertitel gibt es nur auf Deutsch (ich sehe gern mit englischem Ton und englischen UT). An Extras liefert die DVD keine Hintergründe zum Film Sabah, sondern nur drei ältere kurze Kurzfilme von Nadda; dort treffen wir eine Darstellerin aus Sabah wieder, ebenso und wieder sehr plakativ die Problematik Moslems im Christenland.


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