Indonesien-Doku: Sulawesi, die letzten Seenomaden – mit Video – 8 Sterne

Die Doku begleitet Bajau-Seenomaden im indonesischen Archipel. Sie leben in Stelzenhütten über dem Wasser, fahren aber immer wieder für mehrere Tage zum Fischfang in andere Gebiete und schlafen dann auf dem Boot.

Svea Andersson hat für die Geo-360°Reportage wunderschöne Bilder eingefangen mit traumhafter Meereslandschaft, tiefblauem Himmel und türkisem Wasser – und ohne jeden Reisekitsch. Sie konzentriert sich meist auf eine kinderreiche Familie, und wir sehen, wie die Kinder über und unter Wasser spielen, wie die Boote zu neuen Fanggründen ziehen. Der Film zeigt auch eine Dorfversammlung, bei der ein Mitglied wegen Dynamitfischens milde gemaßregelt wird.

Ein paar Fragen blieben offen – welche Rolle spielt Religion, welche Sprache reden sie, wie stark ist der Einfluss der Nationalregierung? Wie viel ist inszeniert? Aber egal: Dies ist ein sehr schönes Portrait ungewöhnlicher Menschen, und Andersson vermeidet jegliche Effekthascherei wie etwa Zeitraffer-Wolken, Zeitlupen, Jumpcuts, per Verlaufsfilter abgedunkelten Himmel oder eigene Auftritte vor der Kamera. Nur zu süßliche Musik erklingt zu oft.

Später sah ich zwei Dokus über LKW-Fahrer im indischen Himalaya und in Mali (Video), die bemerkenswert schön gefilmt waren – beim Abspann stellte ich fest, dass in beiden Fällen Svea Andersson die Kamera geführt hatte. Weitere Highlights aus der 360°-Reihe sind Carmen Buttas preisgekrönte Reportage über die Bambusbahnen in Nord-Kambodscha und der Bericht über eine schwimmende Familie in der nordvietnamesischen Halong-Bucht.


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