Indien-Spielfilm: Liebe lieber indisch (2004, mit Aishwarya Rai, O-Titel Bride & Prejudice) – mit Trailer – 4 Sterne

Manche Sätze sind flach und klischiert, manche Figuren steif und hohl, andere quälend aufdringlich grenzdebil. Selbst ein öder durchschnittlicher echter Bollywood-Film wirkt dagegen wie ein Psychogramm von Ingmar Bergmann (Originaltitel Bride & Prejudice).

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Auch bei der Musik hapert’s:

Die Musik bringt die für Bollywood fast obligaten Punjabi-Rhythmen, doch überwiegend klingt sie eher westlich und eigentümlich fremd in staubigen Amritsar-(Studio)-Gassen – nichts davon bleibt im Ohr. Regisseurin Gurinder Chadha vernimmt hier Anklänge an Andrew Lloyd-Webber, aber damit tut sie Komponist Anu Malik viel zu viel der Ehre an, auch wenn er nicht ganz so plastik klingt wie in den meisten seiner Bollywoodproduktionen.

Viele Szenenwechsel knirschen, der ganze Film fließt nicht. Das Ende wirkt unglaubwürdig, und zwischen den Hauptfiguren inklusive Schönheitskönigin Aishwarya Rai funkt nichts. Alles siedelt in langweilig opulentem Ambiente. Bend it Like Beckham derselben Regisseurin ist so viel besser.

Die DVD schwächelte:

Die Farben bei meiner DVD wirkten seltsam stumpf, ebenso wie der englische O-Ton. Klanglich besser, aber stimmlich unpassend der deutsche Ton. Gerne hätte ich englischen Ton mit englischen Untertiteln gesehen, aber Untertitel werden gar nicht mitgeliefert.

Immerhin: Die DVD enthält einige interessante Begleitfilme. Der Hauptfilm selbst zeigt dank Star-Choreografin Saroj Khan attraktive Tänze (auch wenn Konkurrentin Farah Khan wohl mehr daraus gemacht hätte) mit teils interessanten Blickwinkeln und Bewegungsabläufen. So ganz zur üblichen Hochform auflaufen durfte Kameramann Santosh Sivan freilich nicht. Schöne Kleidung aber, eine Pracht.



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