Filmkritik: Zwischen zwei Herzen (TV-Spielfilm 2019) – 6 Sterne – mit Video

Die Anziehung zwischen Katrin und Peter ist mit Händen zu greifen, und Anna Schudt sowie Mark Waschke zeigen das eindrucksvoll im Film. Beide sind aber in äußerlich glückliche Ehen eingebunden und wollen nichts riskieren – eigentlich. Doch es britzelt immer mehr.

Der TV-SpielfilmTV-Spielfilm fängt mit witzigen, mehrdeutigen Dialogen an – bedingt realistisch, unbedingt vergnüglich.

Dann jedoch kommen Misstöne ins TV-Spiel, fast wähnt man einen Wechsel bei den Skriptautoren: Kathrin hält plötzlich eine schmalzige, metapherntriefende Rede unter Tränen; ihr Filmmann (Felix Klare) tut’s ihr am Ende noch gleich und hakt den gemutmaßten Seitensprung mit einem philosophischen Wortspiel ab (Buch Alexandra Maxeiner, Regie Markus Herling).

Schade auch: Die ARD-Degeto-Produktion kommt wieder nicht vom abgehangenen ARD-Degeto-Look weg. Die modernen Familien agieren in großen, geräumigen Beinah-Lofts mit licht-grau-blauen Möbeln, sehr lifestylig und sicher Instagram-verdächtig, hübsch eingefangen mit viel Bokehsahne. Im Freundeskreis trinkt man gern entspannt ein gutes Glas Wein: Bürger- und Bohèmeidylle zugleich. Als „Ferienhaus der Eltern“: ein Traumbau am See.

Katrin, praktische Ärztin und zweifache Mutter, kann im Film Familie und Praxis scheint’s jederzeit verlassen, wenn Liebe oder Freunde rufen. Das geht schon in Richtung Groschenroman.


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