Filmkritik: Taxi (2015) – 6 Sterne – mit Video

Rosalie Thomass spielt eine bestechend gutaussehende junge blonde Taxifahrerin, die gelegentlich mit Männern ins Bett geht, aber Beziehungen eigentlich ablehnt – obwohl sie zeitweise eine Beziehung hat und zugleich einen anderen Gelegenheitsmann stalkt.

Thomass zeigt die dauergenervte, supercoole Alex sehr sehenswert, und die Kamera von Sonja Rom liefert elegante nächtliche Bilder. Ausdrucksvoll auch Peter Dinklage als enttäuschter Lover, der seine Gefühle im Zaum halten will, und Özgür Karadeniz als sorgengeplagter Taxiunternehmer. Dazu kommen ein paar amüsante Nebenrollen mit eingebildeten Vorstadtgockeln und besoffenen Fahrgästen (Stipe Erceg, Robert Stadlober, Armin Rohde, Eisi Gulp). Alex‘ hektische Helikoptermama (Leslie Malton) ist völlig überzeichnet.

Karen Duve schrieb das Drehbuch zu ihrem Taxi-Roman von 2008. Hinter der schick bebilderten Kulisse wirkt Hauptfigur Alex völlig unplausibel – warum sie sich mit Nerv-Männern abgibt, warum sie andere Männer unbedingt sehen will, warum sie wen ins Bett zerrt, erschließt sich nicht. Dann schon wieder eine nächtliche Taxifahrt zu aufdringlicher Musik und blutroten Thomasslippen, und man denkt: Zu viel Oberfläche, zu wenig innere Plausibilität  (Regie Kerstin Ahlrich).

Es gibt aber ein paar coole Sprüche und freche Aktionen, hübsch garniert mit Thomass‘ unwirscher Miene.

Freie Assoziation:

Der Episodenfilm Night on Earth von Jim Jarmusch, ebenfalls mit nächtlichen Taxifahrten und besoffenen Gästen, opulent gefilmt


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