Filmkritik: Spuren (Australien 2013, engl. Tracks) – 6 Sterne – mit Video

Die spröd-schöne Mia Wasikowska wandert durchs spröd-schöne australische Outback, ertränkt in nie endender, elegischer Musiktunke und edel abgetönter Cinematografie. Die 2,4:1-Breitwandschaft mit Dame erinnert momentweise an Paris, Texas; und sie ruft aufdringlich: „Ich bin SO kino“. Ein paar Kamele und ein schwarzer Labrador begleiten die Hauptfigur, dazu gibt es karge Kindheitserinnerungen, Aborigines und eine Romanze in Spurenelementen.

Der zugrundeliegende Buchbericht Spuren (engl. Tracks) von Robyn Davidson (*1950) ist besser, er klingt lakonisch, ohne die aufdringliche Melodramatisierung der Kinofassung. Schade, mit einer wortkarg-sarkastischen Westernwirtin hatte der Film  vielversprechend angefangen.

Der Film (Regie John Curran) zeigt die Hauptfigur zeitweise wie ein trotziges Kleinkind, in der deutschen Synchro sogar anders als im Original mit Kinderstimme; trotzdem türmt das Drehbuch einigen Psycho- und Mythosballast auf, verzichtet aber immerhin auf Mord an Menschen und krasse Vulgarität; Vegetarier sehen den Film wohl nicht mit Begeisterung. Die Wandlung der Darstellerin über neun Monate Outbacktrek unter glühender Sonne überzeugt nicht.

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