Filmkritik: Snowman (Dokumentation USA, Kanada 2014) – 5 Sterne – mit Video

Die Doku über Lawinenschutzexperten und Free Skier in Alaska und Kanada hat fantastische Bilder – dramatische Sprünge auf zwei Brettern, Lawinen überrollen Kameras, ein Hubschrauberabsturz im Schnee und die Flucht aus dem explosionsgefährdeten Wrack (offenbar nachgespielt). All das mächtig kraftmeiernd mit zuviel pompöser oder harter Musik, mit Zeitraffern, Zeitlupen und schnellen Schnitten – genau darum läuft das Werk ja auch bei Red Bull. Mehr als einen Satz sagt niemand am Stück.

Die Zusammenhänge zwischen den gezeigten Orten Campbell River und Whistler und zwischen den verschiedenen Figuren bleiben teils unklar – aber egal, solange es gute Bergab-Action gibt. Das Leben der portraitierten Hauptpersonen brachte Brüche und Nichtlinearitäten, die der Film wohl erwähnt, aber nicht wirklich nachvollziehbar macht, auch nicht mit einer Karte der wesentlichen Orte.

Zumindest den Lawinensachverständigen Kevin Fogolin, seine Familie und seine Motivation lernen wir etwas kennen; produziert und teils Kickstarter-finanziert hat den Film sein Jugendfreund und Skikanone Mike Douglas (der als Skiprofi auch selber vorkommt, zuvor nur Kurzfilme übers Skifahren herausbrachte und mit dem 80-Minüter nicht nur finanziell überfordert war). Über Schnee und Lawinenvorhersage erfahren wir nichts – außer, dass man Sprengstoff aus dem Hubschrauber werfen und so prächtige Lawinen auslösen kann. Bumm.


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