Filmkritik Komödie: Wie gut ist deine Beziehung (2019, mit Julia Koschitz) – 5 Sterne – mit Video

Wenn Männer zu sehr lieben, dann werden sie krankhaft dämlich: Diese Berliner Hipster-Soap liefert zwar ein paar pfiffige Sprüche und überraschende Wendungen. Sie ächzt aber auch unter all dem dummen, unrealistischen Gerede, das die IT- und Agenturfritzen weinerlich aufsagen, sobald sie mal vom Rad steigen.

Hier agieren Warmduscher und verkrampfte Frauenversteher, die auch noch „Steve“ und „Bob“ heißen. Und dass ein IT-Profi wichtige Passwörter auf Post-its im Büro notiert, passiert wohl nicht mal in Berlin.

Immerhin liefert Autor-Regisseur-Produzent Ralf Westhoff eine neue Grundidee für eine romantische Komödie: Ein Paar ist glücklich, will nichts ändern, und sprengt doch das achtsam-nachhaltige Beziehungsidyll mit fehlgeleiteter Beflissenheit. Die Geschichte endet dann aber banal genre-typisch.

Gefilmt wurde aufdringlich schön mit lauschigem Bokeh, blau angetönt (dt. gegradet). Die halbhippen Wohnungen, Cafés und Agenturen, in denen fast alles stattfindet, spiegeln filmi-filmi bürgerliche Bohème. Dafür garantiert Geldgeber ARD-Degeto mit dem üblichen Zwang zu liebreizend unrealistischem Ambiente und Degeto-Geschmäckle. Garantiert keim- und jugendfrei ist der Streifen (darum?) auch.

Freie Assoziation:

Der Film erinnert deutlich an Westhoffs 2010er Komödie Der letzte schöne Herbsttag. Die spielt zwar in München, aber alles sieht genauso aus, samt all der hellen Wohnungen und Julia Koschitz.

 


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