Filmkritik: Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück (Komödie 2014) – 6 Sterne – mit Video & Pressestimmen

In der ersten Hälfte hält der Film eine zarte Balance aus wirklich komischer Komik und Melancholie, serviert in edel komponierten Bildern in abgetöntem, braun-blauem Chiaroscuro, dazu ein paar heiter unaufdringliche Animationen. Die Merksprüche zum Thema Glück klingen schlicht und doch nicht dämlich banal. Später kippt die Geschichte ins Dramatische, danach ins Rührselige, um (ironisch? Jedenfalls sehr) konventionell-bieder auszuklingen.

Realistisch ist von Anfang an nicht, die Handlung wirkt eher wie Globalschach mit Menschenfiguren. Hauptdarsteller Simon Pegg erlebt bizarre Abenteuer auf der Suche nach dem Glück in London, China, Südafrika und Kalifornien. Bei Laune hielten mich die schönen Bilder, die Hoffnung auf mehr gute Dialoge wie in der ersten Hälfte und auch ein Interesse am Ausgang. Regie Peter Chelsom, nach dem Erfolgsroman von François Lelord, mit Veronica Ferres einer Nebenrolle als Hippie-Wahrsagerin.

Assoziationen:

Pressestimmen:

TV Spielfilm (Wertung Daumen hoch):

Netter Mix aus Lebensklugheit und Glückskekssprüchen. Locker-leichter, hübscher Wohlfühlfilm

Die Zeit:

In Hectors Reise nun verwandelt sich ein Stück Erbauungsliteratur in einen Wohlfühlfilm – das ist dann die Potenz des Feel-Good-Movies. Vor zehn Jahren beherrschte der gleichnamige Roman des französischen Psychologen und Erbauungsliteraten François Lelord die Bestsellerlisten in Deutschland… Der Regisseur Peter Chelsom (Hannah Montana – Der Film) schafft es tatsächlich, den niedlich-naiven Tonfall der Vorlage auf der Leinwand noch zu überbieten. Die Bilder des deutschen Kameramanns Kolja Brandt sind bonbonbunter Hochglanz, garniert von zuckrigen Animationen

TV Today:

Drehbuchautorin Maria von Heland („Hilde“) lässt keine Glückskekssprüche aus, aber auch all die lebensklugen Momente nicht, die für einen wohlig-wehmütigen Grundton sorgen. Dank des geerdeten Pegg und verspielten visuellen Einsprengseln hält sich das Gefühlige jedoch in Grenzen.

Stuttgarter Zeitung:

Ein bisschen verträumt, ein bisschen melancholisch und nie allzu tiefgründig… Dass es die Balance zwischen erbaulichem Kitsch und absurdem Humor hält, liegt an seinen brillanten Dialogen – und an Simon Pegg. Der kann wieder einmal zeigen, dass er nicht nur für die Rolle des abgedrehten Freaks taugt. Er spielt den sympathisch überdrehten Psychiater mit einer Ernsthaftigkeit, die seine Figur vor Lächerlichkeit bewahrt, ohne ihr dabei die naive Exzentrik zu nehmen.

Variety:

Ghastly… Happiness means steering clear of “Hector and the Search for Happiness.” A supremely irritating marriage of picture-postcard exoticism and motivational uplift… Trite, flat-footed, culturally insensitive… a dramatic climax that plays like nothing short of an emotional diarrhea explosion


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