Filmkritik: Der letzte schöne Herbsttag (2010, von Ralf Westhoff) – 5 Sterne – mit Video

Was für ein Quasselfilm. Die halbe Zeit reden Julia Koschitz und Felix Hellmann direkt in die Kamera. Ansonsten miteinander, und immer geht es um immergleiches Beziehungsgewuhre. Die im Film etwa 30jährigen gerieren sich wie leicht entflammbare 16jährige. Es ermüdet.(Wie viel besser Koschitz wirkt, wenn sie länger *nicht* redet, sieht man im passend betitelten Film Schweigeminute.)

Nach zehn Minuten filmischen Jammer(n)s fragt man sich, warum die Hauptfiguren nicht einfach Schluss machen. Und warum man seinerseits nicht Schluss macht mit diesem Film.

Zwar war auch Ralf Westhoffs bemerkenswerter Erstling, seine 2006er Speeddating-Farce Shoppen, ein Quasselfilm; aber der hatte Speed und Witz – im letzten schönen Herbsttag dominiert dagegen nur peploses Selbstmitleid, und das teils unrealistisch.

Wie bei Shoppen und beim Herbsttag-Nachfolger Wir sind die Neuen gelingt Ralf Buch und Regie Westhoff ein Dreh im teuren München, ohne dass man den Ort so recht erkennt. Im letzten schönen Herbsttag erkennt man ohnehin praktisch nichts – Bilder spielen keine Rolle: Zum großen Teil spielt der Film in Wohnungen, in einem Klischee-Müslicafé und einer Klischeekneipe, allseits uninspiriert abgelichtet.

Auch die wenigen Außenszenen bringen optisch keine Lichtblicke; dort fällt nur auf, dass in der Handlung die Wochen vergehen, draußen aber das Herbstlaub immergleich aufdringlich prangt. In die Kamera sprechen die Hauptfiguren in offenbar sehr ähnlichen Wohnungen, obwohl sie auch während ihrer Film-Beziehung getrennte Unterkünfte hatten.

Immerhin ist der Film nach 89 Minuten vorbei, fast schon ein Speed-Ending. Meine DVD hatte keine Extras außer ein paar Trailern.


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