Filmkritik: Chocolat – Ein Biss genügt (Frankreich/England 2000, mit Juliette Binoche) – 5 Sterne – mit Video

Der Film ist noch ölig-süßer als die Schokokreationen, die Juliette Binoche hier unentwegt auftischt. Handlung und Bilder direkt aus dem Märchen: Gut und Böse stehen klar gegenüber, und zum völlig vorhersehbaren Schluss gelingen ein paar Crossover-Läuterungen (mit Juliette Binoche, Alfred Molina, Carrie-Anne Moss, Lena Olin, Johnny Depp, Judi Dench, Leslie Caron).

Perma-innige Frauensolidarität, perma-brühwarmes Binoche-Lächeln, heiße Schokolade, alles trieft. Dagegen stellt Regisseur Lasse Hallström starre Christenmenschen, eiskalte Bürokraten, verlogene Pfaffen, Moralapostel und Fremdenfeinde. Ein realitätsbereinigtes Klischeemärchen für naive Stunden, nominiert für viele hohe Preise.

Assoziationen:

  • Wegen des Originaltitels Chocolat dachte ich an den Film Caramel, der auch Frauensolidarität in einem Geschäft zeigt, aber nicht von Essbarem handelt
  • Wegen der historischen französischen Kleinstadtatmosphäre dachte ich an einige Simenon-Romane, auch an Sebastian Faulks‘ Roman Das Mädchen vom Lion d’Or und an das Auswanderer-Buch French Spirits


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