Rezension Spielfilm: Short Cuts (Regie Robert Altman, USA 1994; mit Trailer) – 8 Sterne

Viele verschiedene Geschichten und Akteure, exzellent immer wieder ineinander geflochten. Bevor nur ein bisschen Leerlauf entstehen könnte, geht es weiter zur nächsten Beziehung – kurze Schnitte eben, short cuts. Man kann die drei Stunden durchaus am Stück sehen, wenn man nicht zu spät damit beginnt.


Ein paar Elemente ab Filmmitte finde ich zu billig drastisch, aber ich bin auch sehr zartfühlend. Zunächst verbinden die Hubschrauber der Pestbekämpfung die verschiedenen Handlungszentren, sie geraten dann jedoch aus dem Blick.

Ständig reden Menschen durcheinander, Stimmen von unterschiedlichen Akteuren, Radio und Fernsehen überlagern sich. Die Männer sind oft unsympathische Egomanen, die noch in der Küche Sonnenbrille tragen und sich unerträglich aufmandeln. Es kriselt fast überall, auch wenn’s die Frauen kühl oder betont heiter überspielen möchten.

Raymond Carvers Kurzgeschichten haben den Film inspiriert (nur die Episode der Jazzsängerin mit einer Cello spielenden Tochter hat Altman allein geschrieben, und genau diese Figuren passen nicht ins Gesamte) (alle Literaturverfilmungen auf HansBlog.de). Wer auch immer wieviel Anteil am Drehbuch hat – die Dialoge sind markant, die Geschichte würde auch als Roman funktionieren; man muss nur damit leben, dass die meisten Figuren meist unzufrieden oder unsympathisch sind.

Meine DVD hatte schlechte Bildqualität und, verheerend, keinen englischen O-Ton. In der etwa 20minütigen Doku zum Film gibt jeder Darsteller ein Statement ab, meist wenig ergiebig; Robert Altman bekommt ein paar Sätze mehr.


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