Filmkritik: Babel (2006, mit Brad Pitt, Cate Blanchett) – mit Trailer – 7 Sterne

Zuerst dachte ich, nach 2:20 Stunden inklusive 7 Minuten Abspann: Fantastisch geschrieben, fantastisch gefilmt. Wie die Geschichten auf drei Kontinenten sich verschränken, ohne dass es zu aufdringlich wird: Exzellent. Die Oscar-gekrönte Musik bleibt unaufdringlich und wird trotz der epischen Wüste und der dramatischen Ereignisse nicht schwülstig.

Später kamen mir doch ein paar Bedenken:

  • Den Japan-Teil könnte man kürzen oder sogar ganz rausschneiden; die japanische Hauptfigur hat mit der Haupthandlung nichts zu tun und ist zeitweise peinlich
  • die Geschichten tendieren ohnehin ins Tragische, und dann bekommen einige Figuren auch noch eine dunkle Seite oder Vergangenheit (Baby gestorben, Frau beging Selbstmord, exhibitionistische oder sexuell aggressive Teenagerinnen), das ist zu filmi
  • ein Japaner schenkt ein in Japan registriertes Gewehr einem marokkanischen Schafhirten – denkbar?
  • der Schafhirte gibt das Gewehr sofort seinen kleinen Söhnen, die damit sofort gekonnt herumballern – denkbar?
  • die illegal in den USA lebende mexikanische Kinderfrau fährt für eine Hochzeit über die Grenze und zurück und nimmt dabei die weißen Kinder mit – denkbar?
  • die Art der dargestellten Jugendsexualität weckt Unbehagen und ist völlig überflüssig
  • Cate Blanchett leider meist schwerverletzt und außer sich
  • die Ausstrahlung und der Safari-Look von Blanchett und Pitt schreien Großes Kino in Afrika, es ist zu klischiert verhübscht (und erinnert auch an Himmel über der Wüste, 1990, ebenfalls in Marokko gedreht, ebenfalls mit einem Krankenlager)

Es bleibt dabei, dass die Geschichten exzellent verzahnt sind, insgesamt großes Kino. Bonus auf der Bluray: 90 Minuten interessante Doku über 101 schwierige Drehtage auf drei Kontinenten.


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