Rezension TV-Doku: Von Hamburg nach Kalkutta – Mister Chatterjee und der Tee (2014) – 7 Sterne

Zwei studierte und hoch qualifizierte Inder – genauer gesagt, Bengalen – lassen sich in jungen Jahren in Hamburg nieder und gründen das Teehaus Shila mit Groß- & Einzelhandel. 45 Jahre später sind sie immer noch da und bestens in der hanseatischen Kaufmannschaft etabliert.

So scheint es jedenfalls in dieser sehr wohlwollenden Doku in der „Typisch“-Reihe des NDR. Hier fällt kein kritisches Wort, erst recht nicht vom freundlichen, tatkräftigen Herrn Chatterjee über Deutschland. Wir sehen die Familie im Geschäft, beim Essen zu Hause, auf der Messe und im Teelager in der Speicherstadt. Wir erleben auch die Komposition eines neuen Winter-Tees namens Shiva’s Winter. Aus Indien, wo Herr Chatterjee regelmäßig Plantagen besucht, gibt es nur ein paar Standfotos (dagegen hat der TV-Bericht über Tamilen in der Schweiz Szenen aus Sri Lanka).

Tee wächst in seinem Hamburg-Billstedter Garten nicht, erzählt Herr Chatterjee. Die Chatterjees erzählen auch, dass sie viele Verwandte zu Besuch hatten, aber keiner wollte bleiben. Sie selbst planen bereits den Ruhestand – in Bengalen.

Die Geschichte von zwei studierten Bengalen, die in die Fremde gehen und sich dort ungeplant lange niederlassen, erinnerte mich auch an die Geschichte  „Der Namensvetter“ – also an den Roman von Jhumpa Lahiri und an die Verfilmung von Mira Nair.


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