Dakar-Youssou-N’Dour-Roman: The Musik in My Head, von Mark Hudson (1998) – 6 Sterne

Über Seiten schildert Mark Hudson die Atmosphäre in Musikclubs, Hotels oder Märkten in Dakar, Senegal. Sehr dicht, sehr lebendig, sehr fremdartig und teils beängstigend – sehr.

Eindrucksvoll, sehr eindrucksvoll. Hier ist einer wirklich eingetaucht. Weitere Seiten füllt Autor Mark Hudson zum Lob der afrikanischen oder allgemeiner schwarzen Musik mit sehr genauen Beschreibungen von Stimmen, Klängen und Rhythmen einzelner Lieder. Alles interessant, wenn man sich für Senegal und Musik interessiert und Hudsons Geschmack teilt.

Und die Handlung? Davon gibt es zum Ausgleich wenig. Sehr wenig.

Der weiße Ich-Erzähler, Musikproduzent und Weltmusiktalentscout, wartet in der ersten Buchhälfte meist nur und kassiert Demütigungen von den Einheimischen. Es gibt ein bisschen Klatsch über Youssou N’Dour und Peter Gabriel (beide umbenannt, ebenso wie Dakar und Senegal fiktionalisiert wurden). In der zweiten Hälfte passiert etwas mehr, zumindest gibt es ein paar dumme Gesetzesverstöße mit anschließenden Schwierigkeiten.

Dazwischen immer mal wieder zwei Seiten über die gescheiterte Ehe in London. Der Ich-Erzähler hat einen unterhaltsam arroganten, selbstgefälligen, getriebenen Macker-Tonfall, auch wenn er immer nur “ ‚cause“ statt „because“ sagt, sogar am Satzanfang.

Fazit:

Mark Hudson ließ sich von seiner Musik- und Afrikabesessenheit fortreißen, als Roman hält Music in my Head kaum zusammen. Als In-Schilderung aus der Musikszene Dakars ist der Roman, oder sagen wir: das Buch, aber vielleicht einmalig.

Hudsons Gambia-Bericht Die Trommeln von Dulaba (Our Grandmothers‘ Drums) gefällt mir deutlich besser.

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