Dakar-Roman: Ein so langer Brief: Ein afrikanisches Frauenschicksal, von Mariama Bâ (1981) – 3 Sterne

Eine Frau wird von ihrem Mann nicht verlassen, stattdessen nimmt er sich einfach eine Weitere, Jüngere, und gibt ihr den Großteil seiner Aufmerksamkeit. Wenn er stirbt, ist die Lage der ersten Frau, mit mehreren Kindern, eventuell prekär. Soweit der Inhalt.

Das Bändchen ist dünn, doch der Buchtitel sagt es: Der „lange Brief“ wirkt tatsächlich gedehnt, gestreckt, ermüdend. Die Autorin versetzt ihre Geschichte mit allgemeinen Betrachtungen, wortreichen Wendungen, ziselierten Formulierungen und Seitenschwenks.

Das im Buch beschriebene Schicksal gibt es noch heute in Westafrika, nicht nur in muslimischen Regionen, sondern auch unter Christen. Im Buch schildert Mariama Bâ die Situation am Beispiel einer islamischen Mittelschicht-Städterin in Dakar, Senegal.

Es könnte wirklich interessant sein, aber Ton und Stil wirken allzu betulich, die deutsche Übersetzung hölzern. Immerhin gibt es einige Einblicke in Gebräuche.

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