Rezension Bollywood-Schnulze: Hum Aapke Hain Koun…! (1994, mit Salman Khan, Madhuri Dixit) – mit Trailer & 6 Songs – 7 Sterne

Ich musste meinen Player hinterher entschmalzen, denn:

Soviel Wohlwollen, soviel liebevolle Blicke und freundschaftliche Späße waren nie in filmi duniya:

Salman Khan als gnadenlos gut geföhnter Super-Ober-Über-Schwiegersohn; ganze Heerscharen zugetaner Verwandter und Diener; und ein Mini-Flokati auf Beinen: ein spielentscheidender Schoßhund namens Tuffy, der samt bürgerlichem Namen und Assistent schon im Vorspann figuriert.

Das Ganze selbstredend nur in Traumpalästen fern jeder Realität, die Herren Professoren und Magnaten kaum je von den Banalitäten des Erwerbslebens belästigt. Walt Disney ist eine Doku dagegen.

Ein bisschen auf der Strecke bleibt der weibliche Star, Madhuri Dixit. Ihr gefährliches Lächeln, ihren tödlichen Hüftschwung darf sie zwar hie und da vorzeigen – doch soviel Oooomph wie in anderen Filmen der Epoche entwickelt Dixit hier nicht.

Interessante Parallelen zum späteren Superhit:

Gar nicht zu übersehen, wie HAHK den Vorläufer zum zweiten, dem indischen Teil von „Dilwale Dulhania Le Jayenge“ bildet, das ein Jahr später herauskam. DDLJ-Regisseur und -Autor Aditya Chopra war voll des Lobes über HAHK, und in DDLJ kehrt vieles wieder: Die endlose Hochzeitsvorfreude in der Großfamilie, das Mandolinen-Leitmotiv, die heiteren Tänze im Palazzo, mehrere Nebendarsteller, der schmissige Hindi-Swing.

Die Musik in HAHK hat viel Pepp, der schnurstracks ins Tanzbein geht. Dennoch bleibt sie, wie manch anderer Aspekt des Gesamtkunstwerks, einen guten Stern hinter DDLJ zurück – gefällt aber definitiv immer noch. Nur in zwei Disziplinen trägt HAHK Teilsiege gegen DDLJ davon: HAHK hat die besser ausgearbeiteten Nebendarsteller und übt Gewaltverzicht.

Dreiste Manipulation:

Über zweieinhalb Stunden trudelt HAHK allerliebst vor sich hin: Ringelpiez mit Händchenhalten, ein Tanz folgt fast nahtlos dem anderen, alles wird ganz gewiss ganz gut. Friede, Freude, Eierkuchen. Dann aber kommt es knüppeldick.

In der letzten Dreiviertelstunde habe ich geflennt wie selten. Dreiste Manipulation.








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