Bollywood-Schmalz: Salaam-e-Ishq (2007, mit Salman Khan, Priyanka Chopra, John Abraham, Vidya Balan) – mit Trailer & 4 Songs – 1 Stern

Insgesamt würde ich sagen:

Viel zu langer Film mit vielen eigentlich interessanten Schauspielern, die flachen Text schrill komödiantisch oder stumpf apathisch vortragen. Ein Soap-Marathon.

Was mich vor allem gestört hat:

  • einige Schauspieler überziehen schrill komödiantisch, ihr Talent wird verschenkt, so etwa Akshaye Khanna und Priyanka Chopra im ersten Teil. Passabel scheint das Komödiantische noch beim Komiker Govinda (der als Taxifahrer eine Westlerin durch Indien kutschiert, die ihren indischen Freund sucht und am Schluss urplötzlich den Taxifahrer liebt)
  • andere spielen demonstrativ apathisch und tragen dabei auch noch hohle, hölzerne Konzeptsätze vor, zum Beispiel Anil Kapoor, Priyanka Chopra im zweiten Teil und Salman Khan. Was für eine Verschwendung von Schauspielertalenten
  • viele Bilder wirken wie künstliche Studiokulisse, noch mehr als in anderen Bollywoodproduktionen
  •  Entwicklungen bleiben absolut unverständlich, so dass Auftauchen des öligen „Rahul“ (Salman Khan) und warum Priyanka Chopra diesem von ihr nur erfundenen Charakter tatsächlich verfällt oder dass Anil Kapoor sich als ernster Geschäftsmann plötzlich in Fetzenjeans wirft
  • die letzte Runde mit allen sechs Paaren dehnt sich qualvoll lang, selbst wenn die Hochzeit ein paar überraschende und humorige Momente liefert
  • in fast allen Innenräumen bei diesem Film weht Wind – jedenfalls, wenn Damen mit langem Haar auftreten
  • die Hindi-Vertonung bemüht sich nicht mal um einen realistischen Klang. Egal ob auf der Straße oder bei der Hochzeit: die Schauspieler klingen wie im Nachrichtenstudio, Salman Khan scheint aus dem Kleiderschrank zu brummen

Naja, Pluspunkte gab’s auch:

  • Vidya Balan (der Star aus Parineeta – Das Mädchen aus Nachbars Garten) spielt sehr natürlich und geerdet. Schade, dass ausgerechnet sie laut Drehbuch das Gedächtnis verliert und in die Schlafwandler-Fraktion eintritt
  • nach Balan erscheint auch Juhi Chawla nett und menschlich, tritt hier aber zu melodramatisch auf
  • einige schöne rock-poppige Lieder von Shankar-Loy-Ehsaan mit reizvollen Tänzen, wenn auch langweilig gefilmt
  • obwohl es sechs Geschichten sind, behält man leicht den Überblick. Es gibt überraschende, schnelle, aber flüssige Übergänge zwischen den einzelnen Paaren
  • Priyanka Chopras Charakter heißt tatsächlich, sic, „Kkamini“

Der Regisseur konnte es schonmal besser:

Und Nikhil Advani heißt der Autor und Regisseur, der „Salaam-e-Ishq“ (2007) so in den Sand setzte. Derselbe Mann, der 2003 mit Indian Love Story – Lebe und denke nicht an morgen eine mitreißende Top-Komödie inszenierte.

Aber damals arbeitete Advani mit seinem Mentor Karan Johar als Autor und Produzent zusammen. Verständlich, dass Priyanka Chopra als Filmsternchen in „Salaam-e-Ishq“ den Erfolgsproduzenten Karan Johar penetrant oft sehnsüchtig erwähnt.

Ich hatte am Ende von „Salaam-e-Ishq“ ein ähnliches Gefühl wie nach Jab we met – Als ich Dich traf: Gewollt jung, gewollt modern, gewollt urban, sogar mit „Botschaft“ – und ziemlich apathisch und langweilig. Dann lieber ein ungenierter Unterhaltungskracher im alten Stil.



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