Bollywood-Oldie: Sangam (1964, mit Raj Kapoor, Vijayanthimala) – Trailer & Songs – 4 Sterne

Melodramatisch theatralische Dreiecksgeschichte

Eine Frau (Vijayanthimala) zwischen zwei Männern, alles sehr heroisch, tragisch, Drama pur.

Besonders einfühlsam ist das nicht geschrieben:

Entscheidende Entwicklungen bleiben völlig unverständlich, die Handlung wirkt oft wie ein erster, durchaus reizvoller, Plot-Entwurf, der noch verfeinert (oder umgeschrieben) werden müsste – nicht zuletzt die brutalstmöglich melodramatisch-theatralischen 30 Minuten am Ende (Regie, Schnitt, Produzent, Hauptdarsteller: Raj Kapoor). Abgesehen von der fragwürdigen Entwicklung der Hauptakteure gibt es viele weitere Plausibilitätslücken, selbst für Bollywoodverhältnisse taugt das Drehbuch wenig.

Der Kassenschlager von 1964 zeigt Elemente, die fortan Hindi-Filme bis in die frühen 2000er-Jahre kennzeichneten: Superreiche in Superpalästen zelebrieren selbstsüchtig ihr Superherzeleid; und unternehmen kindlich-vergnügt Lustreisen nach Europa, hier nicht nur in die Bollywood-typische Schweiz, sondern auch nach Frankreich und Italien.

Kapoors erster Farbfilm zeigt schöne Kameraeinstellungen, wenn auch mitunter die Blickwinkel übertrieben dramatisch erscheinen. Vyjayanthimala ist anbetungswürdig schön in Sangam, darf aber von ihrer Tanzkunst nicht sehr viel zeigen. Sie bekam einen Filmfare-Preis als beste Hauptdarstellerin des Jahres; Raj Kapoor wurde als bester Regisseur und separat als bester Cutter, aber zu Recht nicht als Schauspieler ausgezeichnet.




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