Bollywood-Oldie: Kashmir Ki Kali (1964, mit Shammi Kapoor, Sharmila Tagore) – mit Songs – 6 Sterne

Shammi Kapoor gibt einen kindisch-exzentrischen Unternehmersohn, der im schönen Kaschmir eine arme, liebreizend tugendhafte Landmagd ehelichen möchte. Diese Rolle übernimmt die sehr junge Sharmila Tagore in ihrem ersten Hindi-Film – fast noch mit Babyspeck und ohne den mondänen Ooomph, den sie in späteren Filmen wie „Evening in Paris“ auf die Leinwand klotzte (wieder mit Shammi Kapoor und Regisseur Shakti Samanta). Ein paarmal darf Tagore hier aber herzallerliebst formatfüllend in die Kamera lächeln.

Verwechslungen und andere Kaspereien:

Genre-typisch hat Kashmir Ki Kali (1964) ein paar unglaubliche Verwechslungen (es bleibt noch knapp überschaubar), ernsthafte Plausibilitätslücken und ein fulminantes Finale. Shammi Kapoors exaltiert effeminiertes Herumgekaspere wirkt ohnehin jederzeit unrealistisch – dennoch fand ich das Ganze durchaus unterhaltsam, zumal wenn Kapoor sich in eine Burka wirft und dann – auf dem LKW tanzend – neckisch unterm Schleier hervorspitzt.

Gut auch: Die Geschichte spielt teils unter Superreichen, protzt aber dennoch nicht mit papiernen Luxusvilla-Kulissen und selbstmitleidigen Millionarios. Stattdessen zeigt Kashmir Ki Kali jede Menge Außenaufnahmen aus Kaschmir (in späteren Bollywoodfilmen wurde die mittlerweile unruhige Region dann durch die Schweiz ersetzt). Es gibt Gewalt und Bösewichte, doch andere Filme der Epoche tischen weit mehr Gemetzel auf.

Viele Außenaufnahmen:

Der Film erinnert ein bisschen an Produktionen von Dev Anand. Nicht nur, weil sich die leicht gesetzten Hauptdarsteller etwas ähneln, sondern weil auch Dev Anand gern im Himalaya inszenierte. Höhepunkt der Außenaufnahmen bei Kashmir Ki Kali ist wohl eine Bootsparade zu Musik auf Srinagars berühmtem Dal-See. Es gibt aber weitere schöne Tänze auf dem Volksfest und auf dem Laster. Shammi Kapoors Gesichtszüge erinnern hier mehr an seinen Neffen Rishi Kapoor als an seinen berühmten älteren Bruder Raj.

Kashmir Ki Kali ist ausgesprochen kurz – nur gut zweieinhalb Stunden – und bringt nicht weniger als sieben Songs, einige davon mit tollen Tänzen. Meine DVD liefert sehr blasse Farben, aber scharfe Konturen – im Klassenvergleich gar nicht übel. Nur in dunklen Episoden fällt Bildrauschen deutlich auf. Der Ton klingt ausgesprochen blechern.






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