Bollywood-Oldie: Devdas (1955, mit Dilip Kumar, Vijayanthimala) – mit 5 Songs – 5 Sterne

Tragik ohne Ende

Gefeierter 160-Minuten-Klassiker von 1955, der einige Preise holte, alle Best-of-Bollywood-Listen ziert und zuletzt 2002 mit Aishwarya Rai neu verfilmt wurde. Highlights hier in der 1955er-Version sind die knuffigen Kinderdarsteller im ersten Viertel, die ausdrucksvollen Tänze von Vijayanthimala und die teils schöne Musik von S.D. Burman.

Tragische Handlung voller Selbstmitleid:

Die Handlung? Reiches Söhnchen darf Jugendliebe nicht heiraten und verliert sich deswegen an Alkohol und eine Freudendame mit Herz. Söhnchen trauert Jugendliebe nach, Jugendliebe trauert Söhnchen nach, Freudendame trauert ebenfalls Söhnchen nach, denn der verlässt sie.

Soviel Selbstmitleid. Vor allem Dilip Kumar und Suchitra Sen (Großmutter von Raima Sen) spielen sehr wehleidig. Völlig unverständlich, dass die Frauen sich vor diesem rückgratlosen Jammerlappen Dilip Kumar auf den Boden werfen, den Staub seiner Schuhe auf die Stirn schmieren und „ein Leben zu deinen Füßen“ verbringen wollen. Aufheiternd wirken nur die Tänze und ein immer gutgelaunter Jugendfreund des Söhnchens, dessen Alkoholgaben allerdings nichts Gutes bringen.

Hintergründe zum Film:

In Devdas hatte Vijayanthimala erstmals eine richtige Schauspiel- und nicht nur Tanzrolle. Sie sollte dafür 1957 einen Filmfare-Preis als beste Nebendarstellerin erhalten, ging aber nicht zur Feier, weil sie sich in einer Hauptrolle sah.

Abgesehen von dem Kinder-Abschnitt ähnelt die Handlung grob der bekannten Devdas-Verfilmung von 2002 mit Shah Rukh Khan, Aishwarya Rai und Madhuri Dixit. Allerdings zeigt die 55er-Fassung keine größere Begegnung zwischen Paro und Chandramukhi.

Sanjay Lee Banjali inszenierte und vertonte 2002 zudem weitaus bombastischer und packt ins Film-Ende noch einen Extraschuss Dramatik. Statt Traumpalästen mit 100000 Kerzen zeigt die 1955er-Version betuliche Gutsbesitzer von nebenan, scheinbar realistisches Dorfleben.

Meine DVD von Shemaroo lieferte Bild und Ton knapp passabel (für einen Film diesen Alters) im Format 16:9. Andere DVDs bieten offenbar das 4:3-Format.



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