Bollywood-Oldie: Abhimaan (1973, mit Amitabh Bachchan) – mit 3 Songs – 5 Sterne

Amitabh im Jammertal

Erfolgreicher Sänger heiratet schlichte Dorfmagd und macht sie selbst zur Sängerin. Sie hat bald mehr Erfolg als er. Er leidet deswegen demonstrativ, greift zur Flasche, daraufhin leidet auch sie. Die Ehe ist am Ende.

Die Hauptdarsteller Amitabh Bachchan und Jaya Badhuri hatten im richtigen Leben soeben erst geheiratet. Das hartnäckig selbstmitleidige Leiden Amitabh Bachchans erinnert an andere bedauernswerte Jünglinge dieser Bollywood-Epoche, etwa Anil Kapoor in Lamhe. Aber Abhimaan-Regisseur Hrishikesh Mukherjee bleibt seinem Ruf treu und inszeniert anders als Yash Chopra in Lamhe nicht überlebensgroß, sondern scheinbar realistisch und ohne bombastische Gefühlsausbrüche oder gar Gewalt.

Jaya Bachchan (geb. Bachchan) spielt so steif und verkniffen wie immer, und diesmal passt es auch zur Rolle. Ganz am Anfang gibt sie sekundenweise noch das kesse Dorfmädel und es überrascht doch sehr, dass der umschwärmte Junggeselle und Popstar sie kurzerhand zur Frau nimmt. Aufdringlich die vielen Anspielungen aufs Ehebett.

Ebenso aufdringlich erscheint die berufliche Überlegenheit der Frau: Sie bekommt mehr Gage, Fans und Reporter lassen den Mann stehen, wenn sie auftaucht. Jaja, wir haben verstanden. Die Kamera schwenkt ungewöhnlich nervös herum.

Abhimaan („Stolz“, 120 Minuten) hat aber auch Pluspunkte:

  • der meist gutgelaunte Popstar-Manager mit unterhaltsamen Sprüchen
  • Amitabh Bachchan jung verheiratet im Film und im Leben und das mit der selben Frau, offenkundig verliebt (im Film und im Leben?), wirkt sehr gelöst und sympathisch; wie er morgens ungekämmt Jaya Bachchan vom Kopfkissen aus anguckt und zu sich heranzieht, das hat was
  • schön fließende Musik von S.D.Burman

Burman bekam dafür einen Filmfare-Preis, ebenso wie Jaya Badhuri als beste Hauptdarstellerin. Sie musste sich die Ehre aber mit Dimple Kapadia teilen, Jungstar aus dem Teenybopper-Kracher Bobby.

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