Bollywood-Masala: Raja (1995, mit Madhuri Dixit; mit 5 Songs) – 6 Sterne

Wenn ich einen Herzschrittmacher bekomme, darf ich solche Filme nicht mehr sehen:

Denn die famose Madhuri Dixit würde die kleine Hilfe zum Explodieren bringen. Ihr Mund, ihre brillanten Augen, ihr Lächeln und ihr Tanz machen diesen Film gefährlich.

Dieses Schmollen, dieses Triumphieren, dieser Body! Ebenfalls nicht gut für Herzschritttmacher an der Belastbarkeitsgrenze ist „Rajas“ Bollywoodkonzept mit Action und Schicksalsschlägen am laufenden Meter, und das alles mit brutalstmöglicher Dramatik, da fliegen die Bösewichte im Achteck durchs (verglaste) Fenster, Autos gehen in Flammen auf, ganze Reisebusse schaukeln auf der Klippenkante und, ja, selbst gesehen, die Hauptdarstellerin reißt sich die Bluse auf, wirklich, Herzschrittmacher adieu.

Ebenfalls auf der Plus-Seite:

„Raja“ hat viel schwungvolle Musik vom Typ guter alter Hindi-Swing. Dazu lieferte Saroj Khan interessante Choreographien und Madhuri Dixit gehört zu den besten Tänzerinnen der letzten Jahrzehnte. Natürlich ist der Film unglaubwürdig, doch innerhalb seiner eigenen Logik bleibt „Raja“ schlüssig.

Hauptnachteil:

Raja steckt bis Oberkante Unterlippe voll mit Knallchargen und Schießbudenfiguren. Die Hauptbösewichter sind lächerliche Schurkenkarikaturen, dazu kommen öde Schwulenparodien, debile Höhlenforscherkohorten, ein auf Dauer anstrengender geistig behinderter Bruder und ein Sammelsurium weiterer Komik-Nervsägen mit quälenden Stimmen (bei generell Schepperton).

Auch Sanjay Kapoor, männlicher „Raja“-Star, hilft dem Film nicht:

Ihm physisch ähnlich, wenn auch einen Tick schlaksiger, teilt Sanjay Kapoor mit seinem bekannteren Bruder Anil Kapoor die Ausstrahlung eines Kleiderbügels und die konsequente Weigerung, menschliche Gefühle nachvollziehbar natürlich auf die Leinwand zu bringen. Zum Glück für die Karriere ist Bruder Boney Kapoor ein etablierter Produzent.

Gelangweilt habe ich mich über mehr als zweieinhalb Stunden nicht. „Raja“ ist bei allen Wendungen und Ereignissen flott geschnitten und ob und wie es zum guten Ende kommen soll, bleibt bis zum Abspann rätselhaft. Ein typischer Film von Regisseur Indra Kumar, der gern mit Madhuri Dixit gedreht hat.



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